Am vergangenen Freitag diskutierte der Deutsche Bundestag auf Antrag der Unionsparteien über die Einführung des Nordischen Modells in Deutschland. Die Begründung von Dorothea Bär (CSU) kann hier noch einmal angeschaut werden.

Doch worum geht es beim Nordischen Modell eigentlich?

Laut Bündnis Nordisches Modell basiert das Modell auf der Anerkennung von Prostitution als eine Form von Gewalt. Auf diesem Fundament ruhen die 4 Säulen des Modells:

  1. Die Entkriminalisierung von Prostituierten
  2. Die Kriminalisierung von Freiern, Zuhältern und Bordellbetreibern
  3. Aussteigerprogramme, Schutz und Unterstützung für (ehemalige) Prostituierte
  4. Aufklärung und Prävention

Das Modell erfordert die Verwirklichung aller 4 Säulen.

Nordisches Modell

Seine Argumentationskraft bezieht das Nordische Modell zu erheblichem Maße aus dem Umstand, dass entgegen der Idealisierung von Prostitution als „Sexkauf“, bei dem vermeintlich selbstbestimmte Frauen ihren Körper und ihre sexuellen Reize zu Geld machen, Prostitution in den allermeisten Fällen unter Zwangsbedingungen stattfindet und von Selbstbestimmung der Frauen kaum, wenn überhaupt, die Rede sein kann.

Just dies aber wird von den Verfechtern des rechtlichen Status quo bestritten.

Das Naturrecht und Nordisches Modell

Aus der Perspektive des Naturrechts ist es jedoch vollkommen unerheblich, ob Prostitution erzwungen oder selbstbestimmt gewählt wird. Sie ist in jedem Fall in hohem Maße unethisch und strafwürdig.

Prostitution ist geradezu paradigmatisch für eine desintegrierte Sexualität. Sie setzt zwingend voraus, dass Sexualität und Fortpflanzung auseinandergerissen werden durch künstliche Verhütung und im Extremfall durch Abtreibung. Während Sexualität ihrer Natur nach auf das Ziel der Fortpflanzung ausgerichtet ist, muss in der Prostitution Fortpflanzung aus der Sexualität ausgeschlossen werden, da sie für das eigentliche Ziel der Prostitution – den Gelderwerb – kontraproduktiv wäre.

Das ist eine Pervertierung sowohl der Sexualität, die zweckentfremdet wird, als auch des Gelderwerbs. Gelderwerb in jeglicher Form muss dem Leben dienen, konkret dem Lebensunterhalt. Ein Gelderwerb, der in Konflikt gerät mit dem Leben – und sei es der Zeugung und der Empfängnis neuen Lebens – ist in sich unethisch.

Die Säule 1 des Nordischen Modells greift vor diesem Hintergrund nur deshalb, weil und wenn tatsächlich Prostitution in den allermeisten Fällen unter Zwangsbedingungen stattfindet.

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