Simone Weil

In den lehramtlichen Texten von Papst Franziskus fällt auf, dass er – insbesondere in seinen jüngsten Texten – immer wieder darauf zu sprechen kommt, wie wichtig es ist, Wurzeln zu haben und welch ein grundlegendes Problem die Entwurzelung darstellt.

Simone Weil und Papst Franziskus

Dies erinnert an die französische Aktivistin und Mystikerin Simone Weil, die 1943 verstarb und deren letztes Werk 1956 posthum unter dem Titel „Die Einwurzelung“ veröffentlicht wurde.[1]Die vorliegenden Texte stützen sich auf die im Verlag diaphanes erschiene Neuübersetzung von Marianne Schneider: Weil, Simone, Die Verwurzelung. Vorspiel zu einer Erklärung der Pflichten dem … Continue reading In diesem Essay beschreibt Weil in origineller Analyse die vielfältige Entwurzelung der französischen Gesellschaft als Erklärung für den schnellen militärischen Kollaps angesichts der Invasion Hitlerdeutschlands 1940, um – teils in groben Zügen, teils aber auch mit bemerkenswerten Detail – Schritte zu einer Einwurzelung im Anschluss an einen erwarteten Sieg über den Aggressor zu formulieren.

Simone Weil

Die – zumindest punktuelle – begriffliche Nähe zwischen der französischen Jüdin mit Hang zu christlicher Mystik und dem Papst aus Argentinien lässt es vielversprechend erscheinen, nach inhaltlichen Parallelen beider zu forschen und zu untersuchen, inwieweit das Werk Weils geeignet ist, neue Facetten der ganzheitlichen Ökologie zu beleuchten oder bereits Bekanntes tiefer zu erfassen.

Diese Vermutung bewahrheitet sich, wie wir in folgenden Aufsätzen sehen werden

References

References
1Die vorliegenden Texte stützen sich auf die im Verlag diaphanes erschiene Neuübersetzung von Marianne Schneider: Weil, Simone, Die Verwurzelung. Vorspiel zu einer Erklärung der Pflichten dem Menschen gegenüber, übersetzt von Marianne Schneider, diaphanes, Zürich 2011.