Seit zwei, drei Jahren gehören meine Ehefrau und ich der Equipes Notre Dame an, einer im 20. Jahrhundert in Frankreich gegründeten geistlichen Gemeinschaft innerhalb der katholischen Kirche, die Gemeinschaft unter Ehepaaren fördert, um diese auf ihrem Weg zur Heiligkeit zu unterstützen.

Wie jede geistliche Gemeinschaft besitzt auch die END bestimmte Regeln – bei ihr auch „Hilfen“ genannt – die den Mitgliedern…nun ja…helfen sollen, in Heiligkeit zu wachsen. Diese Hilfen sind

Die Hilfen der Equipes notre Dame

–       Das regelmäßige Hören auf das Wort Gottes

–       Das tägliche innere Gebet (man denke an Theresa von Avila oder Ignatius von Loyola)

–       Das Ehe- bzw. Familiengebet mit mindestens dem Magnifikat

–       Eine Lebensregel, die einen festen Vorsatz beinhaltet, in einem spezifischen Punkt an sich selbst zu arbeiten

–       Ein monatliches Ehegespräch im Umfang von 1 – 2 Stunden

–       Monatlicher Austausch in der Gruppe über Ehe-, Familien- sowie theologische Themen verbunden mit einer Mahl- und einer Gebetszeit

–       Jährliche Exerzitien

Equipes notre Dame

Bei näherer Betrachtung habe ich festgestellt, dass dieses „Programm“ eine (mögliche!) konkrete Umsetzung einer aristotelischen Bildungs- und Erziehungsreform beinhaltet:

Das regelmäßige Hören auf das Wort Gottes, inneres, Ehe- und Familiengebet sowie die jährlichen Exerzitien stellen die Frage nach Gott.

Das monatliche Ehegespräch bietet einen Anlass zur Gewissenserforschung und so Gewissensbildung und damit zum Einüben von Klugheit.

Die Lebensregel fordert zur Selbstüberwindung und Charakterbildung heraus.

Die monatlichen Gruppentreffen bieten eine Gelegenheit, gemeinsam nach dem Wesen der Dinge zu fragen und so in Weisheit zu wachsen.

Die Ehe ist ein Sakrament, tatsächlich das Sakrament auf dem die Familie und mit ihr die gesamte zeitliche Ordnung gründet. Die Erneuerung der in Scherben liegenden zeitlichen Ordnung kann nur und muss daher bei den Ehepaaren beginnen. Die Equipes Notre Dame (END) bietet hier wertvolle Hilfen. Allen katholischen Ehepaaren sei daher geraten, sich zu einer Equipe zusammenzuschließen. Während die END weltweit wächst, ist Deutschland leider auch diesbezüglich ein Entwicklungsland – und braucht dementsprechend auch hier Ehepaare mit einem missionarischen Geist.

Anmerkung: Jede END-Gruppe besteht aus 4-5 Ehepaaren und einem Priester als Vertreter des zölibatären Lebens.

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