Die Humanökologie bei Johannes Paul II. und Benedikt XVI.

Im 3. Kapitel seiner Enzyklika „Laudato si“ mit der Überschrift „Eine ganzheitliche Ökologie“ [1]http://www.vatican.va/content/francesco/de/encyclicals/documents/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html, 23.10.2021, 20:32 Uhr. hat Papst Franziskus das diesem Kapitel den Titel gebende Konzept in unterschiedliche Richtungen hin ausgeleuchtet: von der Umwelt-, Wirtschafts- und Sozialökologie über die Kulturökologie bis in die Ökologie des Alltagslebens hinein.

Eine weitere „Ökologie“, die insgesamt fünf Mal in der Enzyklika Erwähnung findet, ist jedoch von besonderer Bedeutung: die „Humanökologie“. Die Bedeutung dieses Begriffes bzw. seiner bewussten Verwendung durch Papst Franziskus liegt zunächst einmal darin, dass er das von Papst Franziskus in „Laudato si“ vorgestellte Konzept einer „ganzheitlichen Ökologie“ explizit in den Zusammenhang mit dem Lehramt seiner beiden unmittelbaren Vorgänger stellt und somit Traditionsbildung schafft – ein angesichts der binnenkirchlichen Autorität der Tradition nicht unerheblicher Vorgang, der auch deutlich macht, dass zwischen dem Lehramt von Papst Franziskus und dem seiner Vorgänger nicht etwa ein Bruch besteht, sondern eine tiefgehende Kontinuität und Kohärenz, bei aller Besonderheit „der Lehre des einen oder des anderen Papstes“. [2]http://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/encyclicals/documents/hf_ben-xvi_enc_20090629_caritas-in-veritate.html, Nr. 12, 23.10.2021, 20:48 Uhr.

Da man „niemals die Kohärenz des gesamten Corpus [sic] der Lehre aus den Augen verlieren darf, [3]Ebd. ist es wichtig, ausgehend vom Konzept der „Humanökologie“ die Genese der „ganzheitlichen Ökologie“ von Papst Franziskus einmal in den Blick zu nehmen.

Die „Humanökologie“ in „Centesimus Annus“ (1991)

Seine erste Verwendung in einem kirchlichen Lehrschreiben fand der Begriff der „Humanökologie“ in Abschnitt 38 der Enzyklika „Centesimus Annus“ von Papst Johannes Paul II. vom 01. Mai 1991,  [4]https://www.vatican.va/content/john-paul-ii/de/encyclicals/documents/hf_jp-ii_enc_01051991_centesimus-annus.html, Nr. 38, 23.10.2021, 21:00 Uhr. also fast ein Vierteljahrhundert vor „Laudato si“.

Nachdem Papst Johannes Paul II. im vorherigen Abschnitt auf „die Frage der Ökologie“, [5]Ebd. Nr. 37, 24.10.2021, 11:40 Uhr. eingegangen war, kommt er in diesem Abschnitt auf die menschliche Umwelt und deren Zerstörung zu sprechen. [6]Ebd. Nr. 38, 24.10.2021, 11:40 Uhr. In diesem Zusammenhang trifft er die für heutige Ohren vielleicht ungewohnte, ja sogar anstößige oder auch möglicherweise vollkommen unverständliche, ja absurd wirkende Aussage, dass die Zerstörung dieser Umwelt sogar noch schwerwiegender sei als jene der natürlichen Umwelt. [7]Ebd. Im unmittelbar darauf folgenden Satz fällt das Wort „Humanökologie“.

Der Begriff erscheint im Kontext einer Klage darüber, dass es an Engagement für die Wahrung der moralischen Bedingungen einer glaubwürdigen „Humanökologie“ mangele. Hier wird deutlich, dass das, was Papst Johannes Paul II. unter einer – glaubwürdigen – Humanökologie versteht, von moralischen Bedingungen abhängt, die – wie jegliche moralische Bedingungen, die als solche von menschlichen Entscheidungen und Handlungen abhängen – nicht selbstverständlich sind, sondern gewahrt (oder aber neu geschaffen) werden müssen, wofür es eines entsprechenden Engagements bedarf. Was eine – gerade auch glaubwürdige – Humanökologie und ihre moralischen Bedingungen aber konkret meint, bleibt dabei noch im Unklaren.

Im Weiteren macht Papst Johannes Paul II. deutlich, dass der Mensch mit einer natürlichen und moralischen Struktur ausgestattet ist. Während das Vorhandensein einer natürlichen Struktur des Menschen noch weitgehend unstrittig sein dürfte, wenn es auch vielfältigste Versuche gibt, diese durch technische Mittel zu unterlaufen bzw. zu verändern, ist das Vorhandensein einer (vor)gegebenen moralischen Struktur des Menschen keine Selbstverständlichkeit (mehr). In der Tat gibt es ein Dokument der Internationalen Theologischen Kommission aus dem Jahr 2009, das den historischen Prozess nachzeichnet, in dessen Verlauf diese Vorstellung an allgemeiner Plausibilität eingebüßt hat, ohne dass dieses Dokument die Gründe für diesen Plausbilitätsverlust selbst als überzeugend einstuft. [8]https://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/cti_documents/rc_con_cfaith_doc_20090520_legge-naturale_en.html; insbesondere … Continue reading Im Gegenteil versucht dieses Papier einen Ausweg aufzuzeigen, der zur Wiederherstellung dieser Plausibilität führen soll. [9]https://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/cti_documents/rc_con_cfaith_doc_20090520_legge-naturale_en.html#3.4._Ways_towards_a_reconciliation , 24.10.2021, 12:40 Uhr. Bemerkenswerterweise ist dieses Papier auch das erste Dokument, in dem der Begriff „ganzheitliche Ökologie“ bzw. im englischsprachigen Original „integral ecology“ auftaucht.

An dieser Stelle kann es nicht darum gehen, der Frage nach der Plausibilität einer vorgegebenen moralischen Struktur des Menschen nachzugehen. Hier genügt es, festzuhalten, dass der Begriff der „Humanökologie“ dies voraussetzt, jedenfalls wie ihn Papst Johannes Paul II. verwendet, allerdings tatsächlich auch in der Verwendung bei Papst Franziskus.

Die dem Menschen vorgegebene, ihm eigene natürliche und moralische Struktur beinhaltet, so Papst Johannes Paul II. weiter, die moralische Verpflichtung, diese Struktur zu respektieren. [10]https://www.vatican.va/content/john-paul-ii/de/encyclicals/documents/hf_jp-ii_enc_01051991_centesimus-annus.html, Nr. 38, 24.10.2021, 12:51 Uhr. An dieser Stelle kommt nun ein weiteres Bündel an Strukturen hinzu, die neben der – dem Menschen vorgegebenen und von ihm vorgefundenen – natürlichen und moralischen Struktur bzw. dieser entgegenstehen: Strukturen der Sünde, die durch menschliche Entscheidungen erzeugt werden (können) und „die die volle Verwirklichung derer, die von ihnen vielfältig bedrückt werden, verhindern.“ [11]Ebd. Solche Strukturen gelte es, „abzubauen und durch authentischere Formen des Zusammenlebens zu ersetzen“. [12]Ebd.

Im folgenden Abschnitt, Nr. 39, kommt Papst Johannes Paul II. nun auf die „erste und grundlegende Struktur zu Gunsten der „Humanökologie“ zu sprechen: die Familie und zwar „die auf die Ehe gegründete Familie […] wo die gegenseitige Hingabe von Mann und Frau eine Lebensatmosphäre schafft, in der das Kind geboren werden und seine Fähigkeiten entfalten kann. Wo es sich seiner Würde bewußt wird und sich auf die Auseinandersetzung mit seinem einmaligen und unwiederholbaren Schicksal vorbereiten kann.“ [13]Ebd. Nr. 39, 24.10.2021, 13:35 Uhr. Er benennt die Herausforderungen, die „ein ethisch-kulturelles System“ [14]Ebd. für diesen Aspekt der „Humanökologie“ mit sich bringt, das die Wirtschaft verabsolutiert, sodass „die Produktion und der Konsum der Waren schließlich die Mitte des gesellschaftlichen Lebens einnehmen und zum einzigen Wert der Gesellschaft werden, der keinem anderen mehr untergeordnet wird“. [15]Vgl. ebd. 

Zusammenfassend lässt sich über die „Humanökologie“ nach Papst Johannes Paul II. also folgendes sagen:

  1. Die Menschen finden in sich eine natürliche und moralische Struktur vor, welche sie sich nicht selbst gegeben haben.
  2. Um sich selbst voll verwirklichen zu können, müssen sie diese Struktur respektieren. Tun sie dies, schaffen sie so die moralischen Bedingungen für eine Humanökologie.
  3. Es steht ihnen aber auch frei, sich entgegen dieser Struktur zu entscheiden und so Strukturen der Sünde zu erzeugen, die ihre volle Verwirklichung als Menschen verhindern.
  4. Die erste und grundlegende Struktur zu Gunsten der „Humanökologie“ ist die auf die Ehe gegründete Familie.

„Humanökologie“ in diesem Sinne bezeichnet also jene vom Menschen erzeugte Strukturen, die im Einklang mit der natürlichen und moralischen Struktur des Menschen stehen und dessen volle Verwirklichung fördern. Ihr stehen Strukturen der Sünde entgegen.

Humanökologie

Die "Humanökologie" in „Evangelium Vitae“ (1995)

Ein weiteres Mal kommt Papst Johannes Paul II. in seiner Enzyklika „Evangelium Vitae“ auf die „Humanökologie“ zu sprechen.

Dies geschieht im Rahmen von Nr. 42 der Enzyklika, die einer Betrachtung beider Schöpfungsberichte gewidmet ist. Johannes Paul II. spricht hier von der Herrschaft des Menschen über die Erde und alle Tiere (vgl. Gen. 1,28), die mit einer besonderen Verantwortung für die Lebensumwelt einhergehe (vgl. Gen. 2,15), dies explizit auch in Bezug auf die künftigen Generationen. In diesem Zusammenhang kommt Johannes Paul II. auch auf die ökologische Frage zu sprechen. Als Teilaspekte dieser nennt er neben der „Bewahrung des natürlichen Lebensraumes der verschiedenen Tierarten und der vielfältigen Lebensformen“ auch die „Humanökologie“, wie er hinzufügt „im eigentlichen Sinne des Wortes“. Die dazugehörige Fußnote verweist auf die entsprechende Passage in Centesimus Annus. Johannes Paul II. sieht in dem in Gen. 2,15 enthaltenen Auftrag an den Menschen „den Garten der Welt zu bebauen und zu hüten“, „eine einleuchtende und wirksame ethische Anleitung für eine Lösung [der ökologischen Frage], die das große Gut des Lebens, jeden Lebens, achtet“. Johannes Paul II. schließt den Abschnitt mit einem längeren Zitat aus seiner Sozialenzyklika „Sollicitudo rei socialis“ von 1987, das hier in Gänze wiedergegeben werden soll:

„die vom Schöpfer dem Menschen anvertraute Herrschaft [ist] keine absolute Macht noch kann man von der Freiheit sprechen, sie zu ,gebrauchen oder mißbrauchen‘ oder über die Dinge zu verfügen, wie es beliebt. Die Beschränkung, die der Schöpfer selber von Anfang an auferlegt hat, ist symbolisch in dem Verbot enthalten, ,von der Frucht des Baumes zu essen‘ (vgl. Gen 2,16-17); sie zeigt mit genügender Klarheit, daß [sic] wir im Hinblick auf die sichtbare Natur nicht nur biologischen, sondern auch moralischen Gesetzen unterworfen sind, die man nicht ungestraft übertreten darf.[16]https://www.dbk-shop.de/media/files_public/bc39e864b567340852d8fb0f2c7177bd/DBK_2120.pdf, Nr. 42, vgl. auch … Continue reading

Ausgangspunkt des Abschnittes ist also die Konstatierung einer „Herrschaft“ des Menschen über die Biosphäre. Wie auch immer man zum Begriff der „Herrschaft“, gerade auch in diesem Zusammenhang, stehen mag, so ist es doch schwer zu leugnen, dass sich der Mensch – heute mehr denn je – in der besonderen Position befindet, der Biosphäre einzigartigen Schaden zufügen zu können. Johannes Paul II. formuliert nun in Bezugnahme auf den zweiten Schöpfungsbericht die ethische Forderung, mit dieser Macht verantwortlich umzugehen und dies nicht nur in Bezug auf die Biosphäre als Ganzes, sondern in Bezug auf jedes Leben. Der Begriff der „Humanökologie“ steht hierbei dafür, dass diese Verantwortung sich eben nicht nur auf die nicht-menschliche Umwelt bezieht, sondern ebenso auf die menschliche Umwelt, ja einschließlich des Verhaltens sich selbst gegenüber. Wieder findet sich auch der bereits aus „Centesimus Annus“ bekannte Gedanke, dass es neben der natürlichen Struktur (hier: den biologischen Gesetzen) eben auch eine moralische Struktur (hier: moralische Gesetze) gebe, die es zu beachten gelte.

Über die „Humanökologie“ lernen wir an dieser Stelle also:

  1. Sie steht nicht nur „neben“ der Umwelt-Ökologie, wie „Centessimus Annus“ noch hätte glauben machen können, sondern ist mit dieser gemeinsam Teil einer umfassenderen „ökologischen Frage“.
  2. Sie ist im Rahmen dieses Kontextes verbunden mit einem ethischen Anspruch und
  3. Dieser Anspruch beinhaltet eine Achtung vor jedem Leben, menschlich wie nicht-menschlich.

Die "Humanökologie" in der Botschaft zum Weltfriedenstag 2007

Das erste Mal bei Papst Benedikt XVI. taucht der Begriff der „Humanökologie“ im Rahmen seiner Botschaft zum Weltfriedenstag am 1. Januar 2007 auf. In einem Abschnitt, der in der schriftlichen Fassung der Botschaft mit „Ökologie des Friedens“ betitelt ist, zitiert Benedikt XVI. zunächst Centesimus Annus 38, um daraus zu folgern: „Neben der Ökologie der Natur gibt es also auch eine — wie man es ausdrücken könnte — „Humanökologie“, die ihrerseits eine „Sozialökologie“ erfordert.“ [17]http://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/messages/peace/documents/hf_ben-xvi_mes_20061208_xl-world-day-peace.html, Nr. 8, 24.10.2021, 14:35 Uhr. Inhaltlich anknüpfend an die begriffliche Zusammenfassung von „Umwelt-Ökologie“ und „Humanökologie“ unter der Formel „ökologischen Frage“ in „Evangelium Vitae“, geht Papst Benedikt XVI. einen großen Schritt weiter in Richtung der „ganzheitlichen Ökologie“ von Papst Franziskus, wenn er auf die wesentliche Verbundenheit beider „Ökologien“ und ihren tieferen Zusammenhang zu sprechen kommt:

„das bedeutet, daß [sic] sich die Menschheit, wenn ihr der Frieden am Herzen liegt, die bestehenden Verbindungen zwischen der Natur-Ökologie — also der Rücksicht auf die Natur — und der auf den Menschen bezogenen Ökologie immer mehr vor Augen halten muß [sic]. Die Erfahrung zeigt, daß [sic] jede Rücksichtslosigkeit gegenüber der Umwelt dem menschlichen Zusammenleben Schaden zufügt und umgekehrt. Immer deutlicher tritt der untrennbare Zusammenhang zwischen dem Frieden mit der Schöpfung und dem Frieden unter den Menschen in Erscheinung.“ [18]Ebd.

Hier wird deutlich, dass sich für Papst Benedikt XVI. die Ökologie der Natur und die „Humanökologie“ nicht gegeneinander ausspielen lassen, sondern jenen, denen die Ökologie der Natur am Herzen liegt, auch die „Humanökologie“ am Herzen liegen muss und umgekehrt – ein Gedanke, wie er sich auch in dem bereits zitierten Dokument der Internationalen Theologischen Kommission von 2009 finden lässt und zwar just an der Stelle, an der erstmals der Begriff „integral ecology“, das heißt „ganzheitliche Ökologie“, verwendet wird. [19]„An integral ecology must promote what is specifically human, all the while valuing the world of nature in its physical and biological integrity“, … Continue reading

Papst Benedikt XVI. selbst wird immer wieder auf diesen Gedanken zurückkommen, doch an dieser Stelle lohnt es sich, noch einen Moment bei seiner Botschaft zum Weltfriedenstag zu verweilen.

Nachdem er in Nummer 9 – und das scheint noch 15 Jahre später hochaktuell – auf das Problem der Energieversorgung als ein besonders eindrückliches Beispiel für den Zusammenhang zwischen beiden „Ökologien“ eingegangen ist, kommt er in Nummer 10 auf die Dringlichkeit zu sprechen, „eine Humanökologie ins Leben zu rufen, die dem „Baum des Friedens“ zum Wachstum verhilft.[20]http://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/messages/peace/documents/hf_ben-xvi_mes_20061208_xl-world-day-peace.html, Nr. 9f, 24.10.2021, 14:35 Uhr. Hier wird ein Aspekt der „Humanökologie“ sichtbar, der auch bereits bei Johannes Paul II. deutlich wurde: Die „Humanökologie“ ist nicht etwas, das wir einfach vorfinden, wie die natürliche und moralische Struktur des Menschen, sondern hängt von moralischen Bedingungen ab, die durch menschliche Entscheidungen geschaffen werden – oder eben nicht.

Um diese moralischen Bedingungen und dann auch eine „Humanökologie“ schaffen zu können, ist es, so Benedikt XVI., erforderlich, sich von einem Menschenbild leiten zu lassen, das gewisse Voraussetzungen erfüllt. Dieses Menschenbild wird nicht positiv definiert, sondern negativ abgegrenzt von allem, was Hass, Kontrast oder Gewalt hervorruft. Insbesondere wird hier eine Verflechtung mit kulturellen und ideologischen Vorurteilen sowie politischen und wirtschaftlichen Interessen benannt, die sich entsprechend auswirken können. Zum Beurteilungskriterium von anthropologischen und theologischen Vorstellungen wird das Verhältnis zu Hass und Gewalt. Es wird deutlich: Für Benedikt XVI. sind Hass, Gewalt und alles, was diese fördert, unvereinbar mit einer wahren „Humanökologie“. [21]Ebd. Nr. 10. Hier wird gleichsam negativ formuliert, was in „Evangelium Vitae“ als Achtung vor jedem Leben positiv gefordert wurde.

Benedikt XVI. sieht dabei nicht nur eine Bedrohung des Friedens in dem „Konflikt zwischen den verkürzten Menschenbildern, bzw. zwischen den Ideologien“. Vielmehr konstatiert er als Gefährdung auch eine „Gleichgültigkeit gegenüber dem, was die wahre Natur des Menschen ausmacht“. Durch die Leugnung der Existenz einer spezifischen menschlichen Natur würden die „verschrobensten Interpretationen dessen, was wesentlich zum Menschen gehört“, ermöglicht. Eine solche „schwache“ Vorstellung des Menschen, „die jeder auch exzentrischen Vorstellung Raum“ gebe, begünstige „nur augenscheinlich den Frieden“. In Wirklichkeit behindere sie den echten Dialog und eröffne den Weg […] für Unterdrückung und Gewalt. [22]Ebd. Nr. 11.

Erinnerungen werden hier wach an seine Warnung vor einer „Diktatur des Relativismus“. [23]http://www.vatican.va/gpII/documents/homily-pro-eligendo-pontifice_20050418_ge.html, 24.10.2021, 11:30 Uhr. Hier thematisiert Benedikt XVI. den bereits erwähnten Umstand, dass die von Papst Johannes Paul II. in „Centesimus Annus“ noch als selbstverständlich vorausgesetzte Existenz einer dem Menschen (vor)gegebenen natürlichen und moralischen Struktur heute nicht mehr als selbstverständlich gelten kann. Ein Umstand, dem an anderer Stelle noch nachzugehen sein wird.

Zusammenfassend lässt sich über die Humanökologie an dieser Stelle sagen:

  1. Human- und Natur-Ökologie stehen nicht losgelöst voneinander nebeneinander. Ihre jeweilige Beachtung oder Nicht-Beachtung stehen in Wechselwirkung miteinander.
  2. Die Humanökologie ist etwas, das man „ins Leben rufen“ kann oder eben nicht.
  3. Für ersteres muss man sich von einem Menschenbild leiten lassen, das unvereinbar ist mit Hass, Gewalt und allem, was diese fördert.
    Bedingung hierfür ist die Bejahung einer spezifischen menschlichen Natur.

Die "Humanökologie" in der Weihnachtsansprache von Papst Benedikt XVI.
an das Kardinalskollegium und die Kurie 2008

Die Weihnachtsansprache des Papstes an das Kardinalskollegium und die Kurie wird von diesem als Rückblick auf das zurückliegende Jahr genutzt. Papst Benedikt XVI. hält hier vor allem den Weltjugendtag in Australien, die Bischofssynode zum Wort Gottes sowie seine Reisen nach Frankreich und in die USA für erwähnens- und erinnernswert.

Die Freude, die Papst Benedikt XVI. mit dem Weltjugendtag assoziiert, bezeichnet er nach einem Wort des Apostels Paulus als eine „Frucht des Heiligen Geistes“ (Gal. 5,22). Dies nimmt Benedikt XVI. zum Anlass für die Betrachtung von 4 Dimensionen, die er bezüglich des Themas „Heiliger Geist“ erkennt. Hierbei handelt es sich um

  1. den Schöpfergeist,
  2. den Geist als sprechend im Wort Gottes und wirkend in der Heilsgeschichte,
  3. die Verbindung des Heiligen Geistes mit Jesus Christus und
  4. die Verbindung zwischen dem Heiligen Geist und der Kirche.

Für das vorliegende Thema ist speziell der erste Punkt von Bedeutung. Benedikt XVI. kommt hierbei darauf zu sprechen, „daß [sic] die Materie mathematische Struktur in sich trägt“ [24]http://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/speeches/2008/december/documents/hf_ben-xvi_spe_20081222_curia-romana.html, 24.10.2021, 13:10 Uhr.. Dies „ist die Grundlage, auf der die moderne Naturwissenschaft beruht“ [25]Ebd. Diese mathematische Struktur verknüpft der Papst mit seinem Thema, dem (Heiligen) Geist. Er parallelisiert die Aussage, „daß [sic] die Materie mathematische Struktur in sich trägt“ mit der Aussage, dass sie „geisterfüllt ist“ [26]Ebd., und begründet dies wie folgt:

„Nur weil Materie geistig strukturiert ist, kann unser Geist sie nachdenken und selbst gestalten.“ [27]Ebd.

Für Papst Benedikt XVI. ist die mathematische Struktur der Materie, welche die Naturwissenschaften überhaupt erst möglich macht, ein Fingerzeig auf die geistige Struktur der Erde, des Kosmos, die sich nicht in dieser mathematischen Struktur erschöpft, wie auch der „Geist, der sie geformt hat, […] mehr [ist] als Mathematik – er ist das Gute in Person“. Daraus folgt für Papst Benedikt, dass der Schöpfergeist „uns durch die Sprache der Schöpfung den Weg des rechten Lebens zeigt“ und die geistigen Strukturen der Erde „auch sittliche Weisung in sich tragen“. [28]Ebd.

Im Schöpfungsglauben sieht Benedikt XVI. den „letzte[n] Grund unserer Verantwortung für die Erde“ [29]Ebd..

„Sie ist nicht einfach unser Eigentum, das wir ausnützen können nach unseren Interessen und Wünschen.“ [30]Ebd.

Aus dem entsprechenden (Schöpfungs)Glauben der Kirche leitet Benedikt XVI. eine Verantwortung der Kirche für die Schöpfung ab, welche diese auch öffentlich zur Geltung bringen müsse. Diese Verantwortung beziehe sich nicht nur auf Erde, Wasser und Luft, sondern ebenso auf den Menschen, den sie „gegen die Zerstörung seiner selbst schützen“ müsse. [31]Ebd.

Hierauf folgt nun die Forderung nach einer „Ökologie des Menschen im recht verstandenen Sinn“. Im Folgenden verteidigt er die Rede „von der Natur des Menschen als Mann und Frau“ und die Forderung, „diese[r] Schöpfungsordnung“ zu achten gegen den Vorwurf, „überholte Metaphysik“ zu sein. [32]Ebd. Im Gegenteil führe die Missachtung dessen zu einer Selbstzerstörung des Menschen. Diese Tendenz sieht Benedikt XVI. insbesondere in dem, was „in dem Begriff „Gender“ vielfach gesagt und gemeint wird“ [33]Ebd.. Dies laufe letztlich „auf eine Selbstemanzipation des Menschen von der Schöpfung und vom Schöpfer hinaus“ [34]Ebd.. Der Mensch wolle sich nur selber machen und sein Eigenes immer nur selbst bestimmen. So jedoch lebe er gegen die Wahrheit, gegen den Schöpfergeist. Wie die Regenwälder so verdiene auch der Mensch als Geschöpf, dem eine Botschaft eingeschrieben sei, die nicht Gegensatz zu unserer Freiheit, sondern ihre Bedingung bedeute, unseren Schutz. Nach Ausführungen zum Ehesakrament als Schöpfungssakrament kommt Benedikt XVI., diesen Punkt abschließend, noch auf die Enzyklika „Humanae Vitae“ zu sprechen, deren 40. Jahrestag ebenfalls 2008 begangen wurde. Ausgehend von seinem bisherigen Gedankengang legt er eine neue Lesart dieser so bedeutsamen wie umstrittenen Enzyklika vor:

„Papst Paul VI. ging es darin darum, die Liebe gegen Sexualität als Konsum, die Zukunft gegen den Alleinanspruch der Gegenwart und die Natur des Menschen gegen ihre Manipulation zu verteidigen.“ [35]Ebd.

Wie schon in „Centesimus Annus“ und „Evangelium Vitae“ finden wir in der Ansprache also die Unterscheidung von „natürlicher Struktur“ und „moralischer Struktur“ bzw. „biologischen Gesetzen“ und „moralischen Gesetzen“, nun in Gestalt der „mathematischen Struktur der Materie“ und der „sittlichen Weisung“, welche die geistigen Strukturen der Erde in sich trügen. Beider Einheit wird, gemäß christlichen Glaubens, auf ihren gemeinsamen Ursprung im Schöpfergeist, also in Gott, zurückgeführt. Wie schon in Evangelium Vitae 42 beinhaltet der Schöpfungsgedanke eine Relativierung des menschlichen Verhältnisses zu seiner Lebensumwelt. Wo „Evangelium Vitae“ davon spricht, dass die Herrschaft des Menschen „keine absolute Macht“ und auch nicht die Freiheit ist, „sie zu ,gebrauchen oder mißbrauchen‘ oder über die Dinge zu verfügen, wie es beliebt“ [36]https://www.dbk-shop.de/media/files_public/bc39e864b567340852d8fb0f2c7177bd/DBK_2120.pdf, Nr. 42, 24.10.2021, 14:55 Uhr. , heißt es bei Benedikt XVI. über die Erde:

„Sie ist nicht einfach unser Eigentum, das wir ausnützen können nach unseren Interessen und Wünschen.“ [37]http://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/speeches/2008/december/documents/hf_ben-xvi_spe_20081222_curia-romana.html, 24.10.2021, 13:10 Uhr.

Der Mensch ist nicht Eigentümer oder unumschränkter Herrscher über die Erde, vielmehr steht er in einem Verantwortungsverhältnis zu ihr. Diese Verantwortung erstreckt sich nun, wie „Evangelium Vitae“ bereits mit dem Begriff der „Humanökologie“ andeutete, nicht allein auf die Umwelt des Menschen, sondern auch auf den Menschen selbst. Der Mensch muss nicht nur die Erde vor Zerstörung durch ihn selbst in Schutz nehmen. Er muss sich ebenso vor seiner eigenen Selbstzerstörung hüten. Ein Gedanke – die Selbstzerstörung des Menschen – , der in Zeiten des Kalten Krieges vielleicht in besonderer Weise mit der Gefahr eines Atomkrieges assoziiert worden wäre, wird von Benedikt XVI. mit Strömungen verknüpft, die er unter dem Begriff „Gender“ zusammenfasst und hinter denen er das menschliche Bestreben erkennt, sich selbst erschaffen und hierzu von Schöpfer wie Schöpfung emanzipieren zu wollen: der Mensch als seine eigene Schöpfung. Der Mensch als sein eigener Schöpfer. Da dies der Wahrheit des Menschen als eines Geschöpfes widerspricht, sieht Benedikt XVI. hier den Menschen in seinem Bestreben in einem Selbstwiderspruch befindlich, der ultimativ auf die Selbstzerstörung des Menschen hinauslaufe. Demgegenüber pocht er auf die dem Menschen als Geschöpf vorgegebene zweigeschlechtliche Natur aus Mann und Frau, die er durch die als „Gender“ bezeichneten Strömungen in Frage gestellt sieht. In diesem Zusammehang klingt auch bereits ein Thema an, das Papst Benedikt XVI. an späterer Stelle näher ausführen wird: die dem Menschen eingeschriebene Botschaft, die eine sittliche Weisung darstellt, was gemeinhin Naturrecht genannt wird, und ihr Verhältnis zur Freiheit des Menschen. Für Benedikt XVI. besteht kein Gegensatz zwischen dieser Botschaft bzw. sittlichen Weisung einerseits und der menschlichen Freiheit andererseits. Vielmehr ist erstere die Bedingung für letztere, so dass letztere ohne erstere gar nicht möglich wäre. Auf den Punkt gebracht: Ohne Naturrecht auch keine menschliche Freiheit. Dass Papst Benedikt XVI. hierauf eigens hinzuweisen glauben muss, verweist erneut auf jene Problemstellung, auf welche er bereits in seiner Botschaft zum Weltfriedenstag 2007 zu sprechen kam und auf die er auch in Zukunft zurückkehren wird: die Krise des Naturrechtsdenkens und ihre Konsequenzen für das menschliche Zusammenleben.

Zusammenfassend lässt sich an dieser Stelle über die „Humanökologie“ festhalten:

  1. Die Existenz mathematischer Strukturen in der Materie verweisen auf die geistige Struktur der Erde und damit auf ihren Ursprung im Schöpfergeist.
  2. Die Verantwortung des Menschen für die Erde findet ihre ultimative Begründung im Schöpfungsglauben.
  3. Diese Verantwortung beinhaltet die Wahrung einer „Ökolgie des Menschen“, da auch der Mensch selbst Teil dieser Schöpfung ist.
  4. Die „Humanökologie“ bzw. „Ökologie des Menschen“ wiederum beinhaltet die Anerkennung und Achtung der Natur des Menschen als Mann und Frau.
  5. Die Wahrung einer „Ökologie des Menschen“ stellt keine Bedrohung, sondern im Gegenteil eine Bedingung menschlicher Freiheit dar.

Die "Humanökologie" in Caritas in Veritate“ (2009)

Als nächstes taucht der Begriff der „Humanökologie“ bei Benedikt XVI. in seiner Sozialenzyklika „Caritas in Veritate“ anlässlich der Weltfinanzkrise von 2009 auf. Der entsprechende Abschnitt – Nummer 51 – beginnt mit der an die Botschaft zum Weltfriedenstag 2007 angelehnten Feststellung:

„Die Verhaltensmuster, nach denen der Mensch die Umwelt behandelt, beeinflussen die Verhaltensmuster, nach denen er sich selbst behandelt, und umgekehrt.“ [38]http://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/encyclicals/documents/hf_ben-xvi_enc_20090629_caritas-in-veritate.html, Nr. 51, 24.10.20.21, 11:40 Uhr.

Kurz darauf folgt die erneute Forderung nach einer „richtig verstandene[n] Ökologie des Menschen“. Die Beschädigung der Natur hänge nämlich eng mit der Kultur zusammen, die das menschliche Zusammenleben gestalte. Würde in der Gesellschaft die „Humanökologie“ respektiert, so profitiere hiervon auch die Umweltökologie. [39]Ebd.

Dieser schon bei der Botschaft zum Weltfriedenstag von Papst Benedikt XVI. aufgestellten Behauptung schließt sich eine erste Begründung an. Benedikt XVI. spricht hierzu von einem Plan, der „sowohl das gesunde Zusammenleben in der Gesellschaft wie das gute Verhältnis zur Natur betrifft“. Auch das ökologische System stütze sich auf die Einhaltung dieses Planes. Die Einheit dieses Planes ergibt sich demnach daraus, dass das „Buch der Natur eines und unteilbar sowohl bezüglich der Umwelt wie des Lebens“ sei. [40]Ebd.

Papst Benedikt XVI. wendet sich hier gegen eine Vorstellung vom Menschen, welche diesen als vollkommen losgelöst von der Natur und reines Kultur- und Kunstprodukt ansieht, ihn sozusagen in scharfem Dualismus der Natur gegenüberstellt, statt ihn als ursprünglich und wesenhaft Teil der Natur zu sehen. Man denke hier auch die in der Weihnachtsansprache von 2008 vorgetragene Warnung vor einer Selbstemanzipation von Schöpfer und Schöpfung, die in die gleiche Richtung weist. An späterer Stelle wird er diese Kritik weiter ausführen.

An dieser Stelle geht es Benedikt XVI. jedoch darum, dass hieraus folgt, dass Naturschutz sich nicht auf technische Lösungen reduzieren lasse, sondern „das entscheidende Problem […] das moralische Verhalten der Gesellschaft“ sei. Hier sind wir also wieder beim Respekt gegenüber der natürlichen und moralischen Struktur des Menschen aus „Centesimus Annus“. In diesem Zusammenhang kommt er auf das Recht auf Leben, das auch nach Evangelium Vitae zu achten ist, [41]Vgl. der entsprechende Abschnitt.  und einen natürlichen Tod zu sprechen. Wenn dieses Recht nicht respektiert werde, verschwinde der Begriff der „Humanökologie“ – und aufgrund ihrer Zusammengehörigkeit unweigerlich auch der Begriff der Umweltökologie – aus dem allgemeinen Bewusstsein. Benedikt XVI. weist auf den Widerspruch hin, der entstünde, wenn man von den jungen Generationen zwar die Achtung der natürlichen Umwelt verlange, Erziehung und Gesetze sie aber nicht dabei unterstützten, sich auch selbst zu achten. Unsere Pflichten gegenüber der Umwelt verbänden sich mit den Pflichten, die wir gegenüber dem Menschen an sich und in Beziehung zu den anderen hätten. Man könne nicht die einen Pflichten fordern und die anderen unterdrücken. Dies sei ein schwerwiegender Widerspruch der heutigen Mentalität und Praxis, der den Menschen demütige, die Umwelt erschüttere und die Gesellschaft beschädige. [42]Ebd.

Zusammenfassend lassen sich hier folgende Gedanken finden:

  1. Mensch und Umwelt sind beide Teil der Natur und folgen daher einem gemeinsamen Plan.
  2. Achtet der Mensch sich selbst nicht, kann er letztlich auch die Umwelt nicht achten. Diese Selbstachtung des Menschen beinhaltet die Achtung vor dem Recht auf Leben und einen natürlichen Tod.
  3. Die ökologische Krise ist nicht so sehr eine technische als vielmehr eine moralische Krise. Die Lösung liegt folglich nicht allein oder primär in der Technik, sondern in einer Verhaltensänderung der Gesellschaft(en).

Die "Humanökologie" in Papst Benedikt XVI. Ansprache an den Deutschen Bundestag (2011)

Ein letztes Mal taucht der Gedanke der „Humanökologie“ bzw. der „Ökologie des Menschen“ bei Papst Benedikt XVI. 2011 in seiner Ansprache vor dem Deutschen Bundestag auf. [43]http://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/speeches/2011/september/documents/hf_ben-xvi_spe_20110922_reichstag-berlin.html , 24.10.2021, 13:40 Uhr.

Diese Ansprache ist den Grundlagen des freiheitlichen Rechtsstaates gewidmet. Als Grundlage der Gesetzgebung galt, so Benedikt XVI., der Aufklärung ebenso wie der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und auch dem Grundgesetz das Naturrecht. In den letzten Jahrzehnten sei dies jedoch in den Ruch geraten, katholisches Sondergut, sozusagen eine Partikularvorstellung der Katholiken, zu sein. Obwohl Benedikt XVI. diese Entwicklung als ein Spezifikum der letzten Jahrzehnte ansieht, nennt er als Grund hierfür doch eine Vorstellung, die auf David Hume zurückgeht, allerdings ohne diesen namentlich zu erwähnen. Konkret geht es hierbei um die Aussage, wonach vom Sein nicht auf das Sollen geschlossen werden könne. Für Benedikt XVI. ergibt eine solche Aussage (nur) Sinn vor dem Hintergrund eines positivistischen Verständnisses von Natur und Vernunft, welches ausschließlich als vernünftig ansieht, was verifizierbar oder falsifizierbar sei, und Natur rein funktional betrachte. Ein solches positivistisches Verständnis sei heute, so Benedikt XVI. nahezu allgemein anerkannt. Er sieht darin ein Problem oder mehr noch „eine dramatische Situation, die alle angeht und über die eine öffentliche Diskussion notwendig ist, zu der dringend einzuladen eine wesentliche Absicht dieser Rede bildet.“ [44]Ebd.

Gerade in Deutschland sei dieses positivistische Naturverständnis jedoch durch die seit den 1970er Jahren aufgekommene Ökologiebewegung in Frage gestellt worden und dies so grundlegend, dass Benedikt XVI. resümieren kann: „Die Bedeutung der Ökologie ist inzwischen unbestritten.“ [45]Ebd. Das ist nun der Punkt, an dem Benedikt XVI. die Humanökologie bzw. hier die „Ökologie des Menschen“ ins Spiel bringt, wenn er weiter ausführt:

„Ich möchte aber nachdrücklich einen Punkt ansprechen, der nach wie vor – wie mir scheint – ausgeklammert wird: Es gibt auch eine Ökologie des Menschen. Auch der Mensch hat eine Natur, die er achten muß [sic] und die er nicht beliebig manipulieren kann. Der Mensch ist nicht nur sich selbst machende Freiheit. Der Mensch macht sich nicht selbst. Er ist Geist und Wille, aber er ist auch Natur, und sein Wille ist dann recht, wenn er auf die Natur achtet, sie hört und sich annimmt als der, der er ist und der sich nicht selbst gemacht hat. Gerade so und nur so vollzieht sich wahre menschliche Freiheit.“ [46]Ebd.

Wie schon im Vorbeigehen in seiner Weihnachtsansprache von 2008 kommt Benedikt XVI. auch hier wieder auf den Zusammenhang von Naturrecht und menschlicher Freiheit zu sprechen. An dieser Stelle führt er seine Gedanken zu diesem Thema jedoch weiter aus. Hierbei wird deutlich: Benedikt XVI. geht es bei der Rede von einer „Ökologie des Menschen“, einer „Humanökologie“, auch, um ein rechtes Verständnis menschlicher Freiheit, die eben etwas anderes sei als Willkür, Beliebigkeit oder uneingeschränkte Selbstbestimmung. Wahre menschliche Freiheit bestehe vielmehr in der Achtung und Annahme der eigenen Natur, im Bewusstsein, dass der Mensch sich nicht selbst erschaffe. Sie besteht also gerade im Respekt vor der natürlichen und moralischen Struktur des Menschen, von der „Centesimus Annus“ spricht und sicher auch in der Achtung vor dem Leben, von dem „Evangelium Vitae“ spricht. Die Rede von der „Ökologie des Menschen“ wendet sich also gegen einen Dualismus, welcher der Natur den von ihr losgelösten Menschen als ein reines Kultur- und Kunstprodukt entgegenstellt, im Sinne eines falschen Freiheitsversprechens, wonach sich der Mensch selbst machen könne, wohinter sich jedoch, in Anknüpfung an „Caritas in Veritate“, in Wahrheit Unterdrückung und Gewalt verberge.

Noch einmal zusammenfassend:

  1. Der Mensch ist nicht nur hervorbringender Geist und Willen, sondern auch hevorgebrachte Natur.
  2. Wahre menschliche Freiheit vollzieht sich in der Achtung und Annahme der eigenen Natur.

Fazit

Was sagt uns also die vorliegende Untersuchung über die „Humanökologie“ bei Johannes Paul II. und Benedikt XVI.?

Der Begriff „Humanökologie“ bei Johannes Paul II. und Benedikt XVI. – oder auch „Ökologie des Menschen“, wie er zuletzt bei Papst Benedikt XVI. Verwendung fand – wendet sich gegen die Vorstellung, der Mensch sei reiner Geist und Wille und mache sich selbst, [47]Ebd. es gäbe gar keine spezifische menschliche Natur. [48]https://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/messages/peace/documents/hf_ben-xvi_mes_20061208_xl-world-day-peace.html Nr. 11, 24.10.2021, 14:35 Uhr. Demgegenüber wird betont, dass der Mensch auch Natur sei [49]http://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/speeches/2011/september/documents/hf_ben-xvi_spe_20110922_reichstag-berlin.html, 24.10.2021, 13:40 Uhr.  und daher über eine natürliche Struktur verfüge [50]https://www.vatican.va/content/john-paul-ii/de/encyclicals/documents/hf_jp-ii_enc_01051991_centesimus-annus.html, Nr. 38, 24.10.2021, 21:00 Uhr.. Da der Mensch zugleich aber eben auch Geist und Wille ist, tritt er dieser natürlichen Struktur in Freiheit gegenüber – er kann sie in seinen Entscheidungen entweder achten oder missachten. [51]Vgl. ebd. Aufgrund dieses Moments der Freiheit korrespondiert im Fall des Menschen mit seiner natürlichen Struktur eine moralische Struktur. [52]Ebd. Diese moralische Struktur umfasst all jene Entscheidungs- und Handlungsmöglichkeiten, welche – vor dem Hintergrund der natürlichen Struktur – der vollen Verwirklichung des Menschen förderlich sind. Die wahre menschliche Freiheit vollzieht sich dabei in der Achtung und Annahme dieser natürlich-moralischen Doppelstruktur [53]http://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/speeches/2011/september/documents/hf_ben-xvi_spe_20110922_reichstag-berlin.html, 14.04.2021, 13:40 Uhr., wodurch eine „Humanökologie“ erzeugt wird. [54]http://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/messages/peace/documents/hf_ben-xvi_mes_20061208_xl-world-day-peace.html, Nr. 10, 24.10.2021, 14:35 Uhr. „Humanökologie“ meint hier also vom Menschen geschaffene Strukturen, die im Einklang mit der vom Menschen selbst vorgefundenen natürlichen und moralischen Struktur des Menschen stehen und so dessen volle Verwirklichung fördern. Entscheidungen und Handlungen, welche diese Doppelstruktur dagegen missachten und ablehnen, bringen dagegen, in den Worten von Johannes Paul II., „Strukturen der Sünde“ hervor, welche die volle Verwirklichung des Menschen verhindern. [55]https://www.vatican.va/content/john-paul-ii/de/encyclicals/documents/hf_jp-ii_enc_01051991_centesimus-annus.html, Nr. 38, 24.10.2021, 21:00 Uhr.

In diesem Zusammenhang erscheint Humanökologie also

  1. als Gegenbegriff zu den „Strukturen der Sünde“. Das bedeutet: Jeder, der an der Überwindung von „Strukturen der Sünde“ arbeitet, arbeitet an der Verwirklichung einer „Humanökologie“ bzw. einer „Ökologie des Menschen“. Mit anderen Worten: Jeder, der auf die volle Verwirklichung des und der Menschen hinarbeitet, arbeitet an einer „Humanökologie“ bzw. „Ökologie des Menschen“, wobei an dieser Stelle zugleich erinnert werden muss an die Warnung von Papst Benedikt XVI. davor, sich hierbei von einem verkürzten Menschenbild leiten zu lassen. [56]http://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/messages/peace/documents/hf_ben-xvi_mes_20061208_xl-world-day-peace.html, Nr. 11, 24.10.2021, 14:35 Uhr.
  2. als ein Versuch, die Polarität von menschlicher Freiheit und (Vorgaben der) Natur in Balance zu halten, ähnlich wie die „ganzheitliche Ökologie“ dies mit der Polarität von Mensch und Natur versucht [Hyperlink zu „Ganzheitliche Ökologie – eine kleine Begriffsgeschichte“].

Es ist gerade der zweite Punkt, der deutlich macht, worauf Benedikt XVI. wiederholt zu sprechen kommt: Dass Achtung gegenüber der natürlichen Umwelt, die Einhaltung einer echten Umwelt-Ökologie, ohne gleichzeitige Achtung der menschlichen Umwelt, der Einhaltung einer echten „Humanökologie“, auf Dauer nicht möglich sein wird, da beiden ein- und derselbe Plan zugrunde liege. [57]Ebd., Nr. 8f, 24.10.2021, 14:35 Uhr, http://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/encyclicals/documents/hf_ben-xvi_enc_20090629_caritas-in-veritate.html, Nr. 51, 24.10.20.21, 11:40 Uhr. Im letzten gründet die Einheit dieses Planes im gemeinsamen Ursprung der gesamten Schöpfung, den Menschen inbegriffen, im Schöpfergeist, worauf einerseits die mathematische Struktur der Materie und andererseits der menschliche Geist einen Hinweis liefern. [58]http://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/speeches/2008/december/documents/hf_ben-xvi_spe_20081222_curia-romana.html, 24.10.2021, 13:10 Uhr. Die innere Verbundenheit dieser beiden Ökologien, der Umwelt- und der „Humanökologie“, auf die Benedikt XVI. pocht, weist wiederum voraus auf die „ganzheitliche Ökologie“ in „Laudato si“ als Dachbegriff, der beide um- und zusammenfasst.

Schließlich beinhaltet die Lehre der beiden Päpste zur „Humanökologie“ bzw. zur „Ökologie des Menschen“ noch einige Aussagen darüber, was diese beinhaltet bzw. mit ihr unvereinbar sei; zu letzterem zählt namentlich alles, was Gewalt, Hass und Kontrast fördert. [59]http://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/messages/peace/documents/hf_ben-xvi_mes_20061208_xl-world-day-peace.html, Nr. 10, 24.10.2021, 14:35 Uhr.

Umgekehrt, und damit korrespondierend, ist das Recht auf Leben und einen natürlichen Tod unabdingbar. [60]http://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/encyclicals/documents/hf_ben-xvi_enc_20090629_caritas-in-veritate.html, Nr. 51, 24.10.20.21, 11:40 Uhr, vgl. auch … Continue reading Daraus folgt, nicht chronologisch, aber sachlich, dass „die auf der Ehe gegründete Familie, wo die gegenseitige Hingabe von Mann und Frau eine Lebensatmosphäre schafft, in der das Kind geboren werden und seine Fähigkeiten entfalten kann“, „die erste und grundlegende Struktur zu Gunsten der »Humanökologie« ist“. [61]https://www.vatican.va/content/john-paul-ii/de/encyclicals/documents/hf_jp-ii_enc_01051991_centesimus-annus.html, Nr. 39, 24.10.2021, 21:00 Uhr. Dabei erscheint speziell die Achtung vor jeglichem Leben als das ethische Band, das „Humanökologie“ und „Umwelt-Ökologie“ vereint. [62]https://www.dbk-shop.de/media/files_public/bc39e864b567340852d8fb0f2c7177bd/DBK_2120.pdf, Nr. 42, 24.10.2021, 11:10 Uhr.

Die Bedeutung der Ehe wiederum impliziert die Achtung vor „der Natur des Menschen als Mann und Frau“ [63]http://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/speeches/2008/december/documents/hf_ben-xvi_spe_20081222_curia-romana.html, 24.10.2021, 13:10 Uhr. Schlussendlich erfordert die „Humanökologie“ auch eine „Sozialökologie“ [64]http://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/messages/peace/documents/hf_ben-xvi_mes_20061208_xl-world-day-peace.html, Nr. 8, 24.10.2021, 14:35 Uhr. „der Arbeit“ und eine städtische Kultur, „die Sorge trägt für das Leben der Menschen“ [65]https://www.vatican.va/content/john-paul-ii/de/encyclicals/documents/hf_jp-ii_enc_01051991_centesimus-annus.html, Nr. 38, 24.10.2021, 21:00 Uhr. – zwei Gedanken, die später in „Laudato si“ breiten Raum finden.


Sascha Vetterle

References

References
1 http://www.vatican.va/content/francesco/de/encyclicals/documents/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html, 23.10.2021, 20:32 Uhr.
2 http://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/encyclicals/documents/hf_ben-xvi_enc_20090629_caritas-in-veritate.html, Nr. 12, 23.10.2021, 20:48 Uhr.
3 Ebd.
4 https://www.vatican.va/content/john-paul-ii/de/encyclicals/documents/hf_jp-ii_enc_01051991_centesimus-annus.html, Nr. 38, 23.10.2021, 21:00 Uhr.
5 Ebd. Nr. 37, 24.10.2021, 11:40 Uhr.
6 Ebd. Nr. 38, 24.10.2021, 11:40 Uhr.
7 Ebd.
8 https://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/cti_documents/rc_con_cfaith_doc_20090520_legge-naturale_en.html; insbesondere https://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/cti_documents/rc_con_cfaith_doc_20090520_legge-naturale_en.html#1.5._Further_developments und https://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/cti_documents/rc_con_cfaith_doc_20090520_legge-naturale_en.html#3.3._Nature,_man_and_God:_from_harmony_to_conflict 24.10.2021, 12:30 Uhr.
9 https://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/cti_documents/rc_con_cfaith_doc_20090520_legge-naturale_en.html#3.4._Ways_towards_a_reconciliation , 24.10.2021, 12:40 Uhr.
10 https://www.vatican.va/content/john-paul-ii/de/encyclicals/documents/hf_jp-ii_enc_01051991_centesimus-annus.html, Nr. 38, 24.10.2021, 12:51 Uhr.
11 Ebd.
12 Ebd.
13 Ebd. Nr. 39, 24.10.2021, 13:35 Uhr.
14 Ebd.
15 Vgl. ebd.
16 https://www.dbk-shop.de/media/files_public/bc39e864b567340852d8fb0f2c7177bd/DBK_2120.pdf, Nr. 42, vgl. auch https://www.vatican.va/content/john-paul-ii/de/encyclicals/documents/hf_jp-ii_enc_30121987_sollicitudo-rei-socialis.html, Nr. 34, 24.10.2021, 11:10 Uhr.
17 http://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/messages/peace/documents/hf_ben-xvi_mes_20061208_xl-world-day-peace.html, Nr. 8, 24.10.2021, 14:35 Uhr.
18 Ebd.
19 „An integral ecology must promote what is specifically human, all the while valuing the world of nature in its physical and biological integrity“, https://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/cti_documents/rc_con_cfaith_doc_20090520_legge-naturale_en.html#3.4._Ways_towards_a_reconciliation Nr. 82, 24.10.2021, 14:53 Uhr.
20 http://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/messages/peace/documents/hf_ben-xvi_mes_20061208_xl-world-day-peace.html, Nr. 9f, 24.10.2021, 14:35 Uhr.
21 Ebd. Nr. 10.
22 Ebd. Nr. 11.
23 http://www.vatican.va/gpII/documents/homily-pro-eligendo-pontifice_20050418_ge.html, 24.10.2021, 11:30 Uhr.
24 http://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/speeches/2008/december/documents/hf_ben-xvi_spe_20081222_curia-romana.html, 24.10.2021, 13:10 Uhr.
25 Ebd.
26 Ebd.
27 Ebd.
28 Ebd.
29 Ebd.
30 Ebd.
31 Ebd.
32 Ebd.
33 Ebd.
34 Ebd.
35 Ebd.
36 https://www.dbk-shop.de/media/files_public/bc39e864b567340852d8fb0f2c7177bd/DBK_2120.pdf, Nr. 42, 24.10.2021, 14:55 Uhr.
37 http://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/speeches/2008/december/documents/hf_ben-xvi_spe_20081222_curia-romana.html, 24.10.2021, 13:10 Uhr.
38 http://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/encyclicals/documents/hf_ben-xvi_enc_20090629_caritas-in-veritate.html, Nr. 51, 24.10.20.21, 11:40 Uhr.
39 Ebd.
40 Ebd.
41 Vgl. der entsprechende Abschnitt.
42 Ebd.
43 http://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/speeches/2011/september/documents/hf_ben-xvi_spe_20110922_reichstag-berlin.html , 24.10.2021, 13:40 Uhr.
44 Ebd.
45 Ebd.
46 Ebd.
47 Ebd.
48 https://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/messages/peace/documents/hf_ben-xvi_mes_20061208_xl-world-day-peace.html Nr. 11, 24.10.2021, 14:35 Uhr.
49 http://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/speeches/2011/september/documents/hf_ben-xvi_spe_20110922_reichstag-berlin.html, 24.10.2021, 13:40 Uhr.
50 https://www.vatican.va/content/john-paul-ii/de/encyclicals/documents/hf_jp-ii_enc_01051991_centesimus-annus.html, Nr. 38, 24.10.2021, 21:00 Uhr.
51 Vgl. ebd.
52 Ebd.
53 http://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/speeches/2011/september/documents/hf_ben-xvi_spe_20110922_reichstag-berlin.html, 14.04.2021, 13:40 Uhr.
54 http://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/messages/peace/documents/hf_ben-xvi_mes_20061208_xl-world-day-peace.html, Nr. 10, 24.10.2021, 14:35 Uhr.
55 https://www.vatican.va/content/john-paul-ii/de/encyclicals/documents/hf_jp-ii_enc_01051991_centesimus-annus.html, Nr. 38, 24.10.2021, 21:00 Uhr.
56 http://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/messages/peace/documents/hf_ben-xvi_mes_20061208_xl-world-day-peace.html, Nr. 11, 24.10.2021, 14:35 Uhr.
57 Ebd., Nr. 8f, 24.10.2021, 14:35 Uhr, http://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/encyclicals/documents/hf_ben-xvi_enc_20090629_caritas-in-veritate.html, Nr. 51, 24.10.20.21, 11:40 Uhr.
58 http://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/speeches/2008/december/documents/hf_ben-xvi_spe_20081222_curia-romana.html, 24.10.2021, 13:10 Uhr.
59 http://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/messages/peace/documents/hf_ben-xvi_mes_20061208_xl-world-day-peace.html, Nr. 10, 24.10.2021, 14:35 Uhr.
60 http://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/encyclicals/documents/hf_ben-xvi_enc_20090629_caritas-in-veritate.html, Nr. 51, 24.10.20.21, 11:40 Uhr, vgl. auch https://www.dbk-shop.de/media/files_public/bc39e864b567340852d8fb0f2c7177bd/DBK_2120.pdf, Nr. 42, 24.10.2021, 11:10 Uhr.
61 https://www.vatican.va/content/john-paul-ii/de/encyclicals/documents/hf_jp-ii_enc_01051991_centesimus-annus.html, Nr. 39, 24.10.2021, 21:00 Uhr.
62 https://www.dbk-shop.de/media/files_public/bc39e864b567340852d8fb0f2c7177bd/DBK_2120.pdf, Nr. 42, 24.10.2021, 11:10 Uhr.
63 http://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/speeches/2008/december/documents/hf_ben-xvi_spe_20081222_curia-romana.html, 24.10.2021, 13:10 Uhr.
64 http://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/messages/peace/documents/hf_ben-xvi_mes_20061208_xl-world-day-peace.html, Nr. 8, 24.10.2021, 14:35 Uhr.
65 https://www.vatican.va/content/john-paul-ii/de/encyclicals/documents/hf_jp-ii_enc_01051991_centesimus-annus.html, Nr. 38, 24.10.2021, 21:00 Uhr.