Ergänzungen zum Communio-Artikel

In meiner Erwiderung auf Communio Online zu dieser Veröffentlichung des Commons-Instituts wies ich darauf hin, dass eine christlich inspirierte Ontologie die Commons-Bewegung vor Einseitigkeiten bewahren könne, die bei einer Zugrundelegung der whiteheadschen Prozess-Ontologie drohten.Worin diese Einseitigkeiten bestünden habe ich zum großen Teil nicht ausgeführt. Das möchte ich an dieser Stelle gerne nachholen. Bereits im Communio-Artikel... Bereits im Communio-Artikel selbst hatte ich darauf hingewiesen, dass die einseitige Priorisierung des Werdens gegenüber dem Sein wie sie für die Prozess-Philosophie Alfred North Whiteheads schon namensgebend ist, es schwierig macht, überhaupt von anthropologischen Konstanten zu sprechen, wie…

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Brauchen Kinder unbedingt Vater und Mutter?

Dieser Beitrag wurde angestoßen durch eine Diskussion auf Instagram. In dieser Diskussion wurde auf diesen Artikel verwiesen, um zu belegen, dass Kinder eben nicht unbedingt Vater oder Mutter brauchen. Dieser Beitrag will sich nun kritisch mit besagtem Artikel auseinandersetzen. Doch vorweg:Natürlich brauchen Kinder nicht unbedingt Vater oder Mutter in dem Sinne, dass sie ohne Vater und Mutter unweigerlich zu einem unglücklichen, gescheiterten Leben verdammt wären. Einen solchen Automatismus gibt es Gott sei Dank nicht. Die Schlussfolgerung, dass wenn es einen solchen Automatismus nicht gäbe, es egal wäre, welche Beziehung Kinder zu ihrem Vater…

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Interview mit Dr. Johannes Hartl

Es folgt ein Interview mit Dr. Johannes Hartl, Gründer des Gebetshauses Ausgburg, Theologe, Philosoph, Buchautor und Speaker.IgÖ: Johannes, fast 3 Jahre ist es nun her, dass Dein Buch „Eden Culture“ erschienen ist, mit dem Du eine neue, danach benannte, Bewegung initiiert hast. Starten wir vielleicht einmal mit einem Zwischenfazit. Was habt ihr bisher erreicht und was ist als nächstes geplant?Aus einem Buch ist eine kleine Bewegung geworden. Auf etwa 30 Veranstaltungen im ganzen deutschsprachigen Gebiet sind sich mehrere Tausend Menschen begegnet, haben sich gegenseitig inspiriert und auch schon manche Kooperationen begonnen. Es gibt…

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Legale Abtreibung?

Aus gegebenem Anlass müssen noch einmal grundlegende Aussagen von Dignitas infinita in Erinnerung gerufen werden:Die Würde des Menschen gründet in dem, was der Mensch ist; in seinem Wesen (vgl. Nr. 24). Sie muss nicht durch irgendeine Leistung erst verdient oder erworben werden – und sei es durch Fühlen, Denken oder Reden. Ein Mensch hat Würde vor jeder Leistung, einfach weil er ein Mensch ist. Es ist daher falsch und unethisch, Menschen ihre Würde abzusprechen und sie quasi zum Abschuss freizugeben, nur weil sie über bestimmte Fähigkeiten nicht, noch nicht oder nicht mehr verfügen.…

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Selbstbestimmung und die Theologie des Leibes

Nun ist es also so weit. Nach monatelanger Debatte beschloss die Bundesregierung am23.08.2023 den Entwurf zum Selbstbestimmungsgesetz. Deniz Yücel spricht von einemTabubruch. Doch worum geht es eigentlich? In Zukunft soll jeder jährlich durch einfacheErklärung vor dem Standesamt sein Geschlecht ändern können – mit einigen Ausnahmen.Bundesfamilienministerin Paus erklärt dazu: „Das Grundgesetz garantiert die freie Entfaltungder Persönlichkeit und die Achtung der geschlechtlichen Identität.“Allerdings geht es im Entwurf zum Selbstbestimmungsgesetz streng genommen nicht um dieAchtung der geschlechtlichen Identität, sondern um die Achtung der subjektiv empfundenengeschlechtlichen Identität. Dies korrespondiert mit einer Missachtung der objektiv durch denKörper gegebenen…

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Friede, Friede, Friede

Über ein Jahr lang tobt nun schon der Krieg in der und um die Ukraine. Tote, Verstümmelte, Traumatisierte. Die Hoffnung auf Frieden – man muss schon um sie kämpfen. Umso mehr wenn es die Hoffnung auf einen wahren Frieden ist, der mehr ist als die Abwesenheit von Gewalt, mehr ist als effektive wechselseitige Abschreckung.Frieden – das Ringen um ihn beginnt jedoch schon in Deutschland und dies nicht erst bei der Diskussion um Waffenexporte und Beschränkungen für die hiesige Rüstungsindustrie. Friede beginnt im Innern 100.000 getötete Ungeborene Jahr für Jahr, in den allermeisten Fällen…

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Selbsthass und Papst Franziskus‘ Ruf an die Ränder

Der Aufruf zum Selbsthass findet sich in traditioneller christlicher Spiritualität immer wieder. Beispielsweise etwa im "Geistlichen Kampf" des Lorenzo Scupoli.Heute ist das völlig anstößig. Ein Affront gegen den Zeitgeist.Selbstsorge, Selbstverwirklichung, Selbstbestimmung, Selbstoptimierung.Alles dreht sich heute um das Selbst. Es ist eine egofixierte Zeit.Der blinde Fleck: Das Du. Der andere. In dieser, unseren, Zeit kann es eine wichtige und sogar befreiende Botschaft sein zu hören: Es geht gar nicht um Dich. Es dreht sich gar nicht alles um Dich. Du bist nicht der Mittelpunkt des Universums. An die Ränder! Das ist auch ein Teil…

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Die Schönheit der Ehe

In seinem Buch „Eden Culture“ über eine „Ökologie des Herzens für ein neues Morgen“ spricht Dr. Johannes Hartl, Gründer und Leiter des Gebetshauses Augsburg, von 3 Geheimnissen. Das dritte dieser Geheimnisse ist die Schönheit. Auf Seite 194ff seines Buches beschreibt Hartl einige Merkmale des Schönen: „Da fällt zunächst eine gewisse Ordnung auf...Diese Ordnung ist nicht beliebig, sondern folgt einem ganz natürlichen Sinn...Neben der Ordnung gibt es auch das Prinzip der Abwechslung...Die Abwechslung folgt aber einem Gesetz der Harmonie...Das Schöne ist nicht achtlos, sondern geht auch mit dem Kleinen bewusst um. Dieser bewusste Umgang…

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Eine Entgegnung an Herrn Dr. Blume

Dr. Blume begründet hier ausführlich seine Haltung zur Abtreibungsfrage. Dr. Blume argumentiert hierzu weltanschaulich-philosophisch, christlich-religiös und demokratisch-rechtlich. Die weltanschaulich-philosophische Begründung von Dr. Blume Dr. Blume wendet sich gegen eine Definition von Abtreibung als „absolut böse“ oder gar „Mord“. Sein Argument: Hieraus folge zwingend, dass andere Güter – er benennt als solche konkret „die körperliche und seelische Gesundheit der Mutter, Traumata durch Vergewaltigungen u.a.“ – hintangestellt werden müssten. Hierzu ist anzumerken, dass politische – wie auch ethische – Praxis immer (auch) eine Güterabwägung beinhaltet bzw. erfordert. Das Ergebnis einer solchen Güterabwägung besteht darin, dass…

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Von der Dominanz der Erwerbsarbeit zu einer Kultur des Schenkens

Eine Kultur des Schenkens ist wesentlicher Bestandteil einer durch das Paradigma der Übereignung charakterisierten Wirtschaftswelt. Will man die verschiedenen Formen von Arbeit in die Kategorien Aneignung – Übereignung einteilen wird schnell klar: Die Erwerbsarbeit folgt stärker der Logik der Aneignung, geht es bei ihr doch primär, wie der Name schon sagt, um Erwerb und damit um eine Form der Aneignung – von Lohn, Gehalt, Lebensunterhalt, kurz: Geld. Die Carearbeit ist demgegenüber näher angelehnt an die Hirtentätigkeit als Norm der Arbeit nach der Logik der Übereignung. Bei ihr steht der Dienst am Anderen, die…

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