Beim Staat geht es um verteilende Gerechtigkeit. 

Beim Markt geht es um ausgleichende Gerechtigkeit.

Doch bei Gott – wie bei Zivilgesellschaft und Familie  – geht es um Liebe.

Gott hat uns alles geschenkt – unser Leben und die ganze Welt.

Wir schulden ihm dafür Dank:

  • Danksagung und
  • einen dankbaren, das heißt wertschätzenden, Umgang mit unserem Leben und der Welt.

Wir schulden ihm auch Anerkennung als der, der er ist – wie wir allgemein der Wahrheit Anerkennung schulden.

Im Fall Gottes heißt diese Anerkennung Anbetung.

Anbetung und Dank

Anbetung und Dank – das ist es, was wir Gott schulden.

Das ist es, was wir ihm auch immer schuldig bleiben. Unsere Wertschätzung erlangt nie die Vollkommenheit, die sie erfordert. Unsere Danksagung kann nie erschöpfend zum Ausdruck bringen, was wir ihm verdanken.

Die frohe Botschaft

Doch die frohe Botschaft ist:

Gott will von uns gar nicht so sehr, was wir ihm schulden. Er will gar nicht zuerst Gerechtigkeit.

Gott will unsere Liebe

Gott will unsere Liebe.

Liebe

Er will von uns das, was wir ihm nicht schulden; was wir ihm nicht schulden, weil er es uns zum Geschenk gemacht hat: unser Leben und die Welt.

Ja, er will, dass wir ihm aus Liebe zu ihm unser ganzes Leben schenken und auf die ganze Welt verzichten.

Darauf hat er keinen Anspruch, denn beides hat er uns zum Geschenk gemacht.

Darum fordert er es auch nicht. 

Gott wirbt um unsere Liebe

Er wirbt um uns, um unsere Einwilligung, unser Ja.

Wie ein Liebhaber um seine Geliebte.

Sein Werben gilt zuerst unserem Willen, dann unserem Intellekt.

Gott wirbt um unsere Aufmerksamkeit, unser Vertrauen, unsere Zuneigung.

Es ist ein Werben, kein Zwingen mit logisch notwendiger Beweisführung, kein Argumentieren, kein Diskutieren. So arbeitet eher der Satan, wie die Versuchung Jesu in der Wüste zeigt.

Die natürliche Theologie kann uns zeigen, was wir Gott schulden. Aber nur die geoffenbarte Theologie kann uns zeigen, was Gott will; dass er um unsere Liebe wirbt.

Sein Werben ist kein Appellieren an unsere niederen, aber vitalen Instinkte.

Es ist kein Überwältigen.

Es ist kein Betäuben durch Reizüberflutung, um uns zu manipulieren und zu vergewaltigen.

Er appelliert an das Höhere in uns:

die Liebe zur Wahrheit,

zur Gerechtigkeit,

zur Hingabe

und zum Schönen.

Er tut dies auf dezente, zurückhaltende Weise.

Doch wie verhalte ich mich als seine Geliebte?

Halte ich ihn spröde auf Distanz?

Versuche ich, ihn mit Buhlern zur Eifersucht zu reizen?

Oder halte ich Ausschau nach ihm, suche ihn und gehe ihm nach?

Liebe

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