Der Juni ist Herz-Jesu-Monat. Im Herz-Jesu-Monat verehrt die katholische Kirche in besonderer Weise das Herz Jesu. 

Erst kürzlich hat Papst Franziskus noch seine letzte Enzyklika der Herz-Jesu-Verehrung gewidmet: Dilexit nos. Worin liegt die Besonderheit der Herz-Jesu-Verehrung, sodass sie einen eigenen Monat verdient? Worin liegt ihre besondere Bedeutung gerade für diese, unsere Zeit? Der folgende Blog-Beitrag will dieser Frage nachgehen.

Das Herz Jesu steht natürlich einmal für die unendliche Barmherzigkeit, welche der dreieine Gott für uns hat und die durch Jesus Christus und sein am Kreuz geöffnetes Herz uns offenbar gemacht wurde; ein Thema, das Papst Franziskus selbst sehr am Herzen lag.

Dann ist das Herz Jesu aber auch ein Bild, das uns ein weiteres Zentralthema des christlichen Glaubens veranschaulicht: dass Jesus Christus – die Mitte unseres Glaubens – keine Idee oder Theorie ist, sondern ein Mensch aus Fleisch und Blut, eine Person mit eben auch einem Herzen, das schlägt für uns. In den Worten von Papst Benedikt XVI.:

Am Anfang des Christseins steht nicht ein ethischer Entschluß oder eine große Idee, sondern die Begegnung mit einem Ereignis, mit einer Person, die unserem Leben einen neuen Horizont und damit seine entscheidende Richtung gibt.
(Deus Caritas Est Nr. 1)

Herz-Jesu-Monat

Diese konkrete Person wiederum ist bleibend gegenwärtig in unserer Welt in der konkreten historischen Gestalt der katholischen Kirche.

Das hat Konsequenzen. Denn es bedeutet, dass für alle Menschen die Fülle des Heils allein in dieser konkreten historischen Gestalt der katholischen Kirche zu finden ist und das wiederum birgt für all jene, die Glieder dieser katholischen Kirche sind die heilige Verantwortung, diese Fülle des Heils nicht nur immer tiefer im eigenen Leben zu verwirklichen, sondern auch all jenen Menschen zu bringen, die fern sind von ihm.

Die Mahnung des Herz-Jesu-Monats

Dies beschränkt sich dabei nicht allein darauf, Menschen den Glauben an Jesus Christus zu bringen, sondern – wie die Kirche in Lumen Gentium lehrt:

„die Einrichtungen und Verhältnisse der Welt, da wo Gewohnheiten zur Sünde aufreizen, so zu heilen [zu] suchen, daß dies alles nach der Norm der Gerechtigkeit umgestaltet wird und der Ausübung der Tugenden eher förderlich als schädlich ist.“
 
(Lumen Gentium Nr. 36)

In den Worten von Papst Johannes Paul II., die Papst Franziskus in Dilexit nos zitierte:

„Der heilige Johannes Paul II. erklärte, dass, wenn wir uns zusammen mit dem Herzen Christi hingeben, »auf den von Hass und Gewalt angehäuften Trümmern die so sehr ersehnte Zivilisation der Liebe errichtet werden kann, das Reich des Herzens Christi«.“
(Dilexit nos Nr. 182)

Der Herz-Jesu-Monat Juni gemahnt also die Gläubigen, sich mit allen Kräften dafür einzusetzen, das Reich des Herzens Christi, die Zivilisation der Liebe, zu errichten und in diesem Sinne auch die politischen und ökonomischen Strukturen und Institutionen unserer Gesellschaften zu transformieren, so dass das Königtum Christi immer mehr Realität wird.

Er ist damit eine Erinnerung daran, dass der Glaube keine Privatsache sei, keine rein geistige Realität, die nur in unserem Inneren präsent ist. Der Glaube will Fleisch annehmen in den Strukturen und Institutionen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Der Glaube ist politisch oder er ist nicht.

Wie das Herz den gesamten Körper mit Blut versorgt, so brauchen alle Bereiche des Gesellschaftskörpers die belebende Gnade Jesu Christi. Wie das Herz Jesu geöffnet ist, so soll auch unser Herz geöffnet sein, um alle Bereiche unseres Lebens, nicht nur die privaten, sondern auch die öffentlichen zu erreichen, zu durchdringen und zu transformieren, damit alles Christus gleichförmig werde.

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