Wieso Ende?
Nachdem nun das Bild vor unserem inneren Auge entstanden ist, das Romano Guardini von der Neuzeit zeichnet, stellt sich jetzt vielleicht nachvollziehbarer Weise die Frage, wie Guardini von einem Ende der Neuzeit sprechen kann. Für viele – wenn auch sicher nicht für alle – von uns mag das Bild, das Romano Guardini von der Neuzeit zeichnet, ziemlich genau ihrem Bild von der Realität entsprechen, die sie hier und jetzt bewohnen. Wie kann Guardini dann vor rund 70 Jahren vom Ende dieser Zeit gesprochen haben? Oder hat er sich einfach geirrt? Zur Beantwortung dieser Frage müssen wir dem nachgehen, was nach Guardini die Neuzeit abgelöst hat bzw. inwiefern sie geendet haben soll. Dies wollen wir im Folgenden unternehmen.
Guardini betont zunächst einmal, dass er das Ende dieser so beschriebenen Neuzeit nicht triumphierend verkünde, sondern lediglich konstatiere. Weder gehe es ihm um eine Verächtlichmachung noch um eine Verherrlichung der Neuzeit. Was sie an Errungenschaften hervorgebracht habe, gelte es vielmehr zu bewahren. Keinesfalls dürfe man in ein idealisiertes Mittelalter zurückkehren oder eine utopische Zukunft aufbrechen wollen.[1]Romano Guardini, Das Ende der Neuzeit – Ein Versuch zur Orientierung, 10. Auflage, Matthias-Gründewald-Verlag Mainz, Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 1986, S. 47.
Bezogen auf die oben erwähnte, für die Neuzeit so charakteristische Trias hält Guardini fest:
Die Natur werde etwa seit der Zeit des 1. Welkrieges nicht mehr als Mutter verehrt, dafür erkenne man sie als gefährdet und empfinde ein „Gefühl der Sorge, der Verantwortlichkeit, ja der Herzensbeteiligung“.[2]Ebd., S. 50. Guardini spricht in diesem Zusammenhang explizit davon, dass sich hierin auch etwas Religiöses andeute. Ein Ausdruck dessen findet sich sicherlich im Untertitel von Laudato Si‘ „Über die Sorge für das gemeinsame Haus“.
Romano Guardini und die Vorwegnahme des Anthropozäns
Wenn Guardini erklärt:
„Die Neuzeit liebte es, die Maßnahmen der Technik mit ihrem Nutzen für die Wohlfahrt der Menschen zu begründen. Damit deckte sie die Verwüstungen zu, welche ihre Skrupellosigkeit zudeckte. Die kommende Zeit wird, glaube ich, anders reden. Der Mensch, der sie trägt….greift nach den Elementen der Natur, wie nach denen des Menschendaseins. Das bedeutet unabsehliche Möglichkeiten, des Bauens, aber auch des Zerstörens…So trägt das Verhältnis zur Natur den Charakter äußerster Entscheidung: entweder gelingt es dem Menschen, das Herrschaftswerk richtig zu machen, und dann wird es gewaltig – oder aber alles geht zur Ende.“[3]Ebd., S. 51.
klingt dies wie eine Vorwegnahme des Anthropozäns.
Noch radikaler deutlich wird der Bruch mit der Neuzeit jedoch, wenn Guardini erläutert, dass in dieser die Natur dem Menschen noch erfahbar und nahe war, für den Menschen der neuen Zeit jedoch in die Ferne gerückt ist, so dass sie „auch weithin nicht mehr empfunden werden“ kann.[4]Ebd., S. 62. Gemeint ist damit, dass der Mensch nicht mehr länger in der Lage ist, einer „natürlichen Natur“ zu begegnen, sondern nur noch einer „nicht-natürlichen Natur“.[5]Ebd. Die Rede von der „nicht-natürlichen Natur“ verknüpft Guardini mit jener vom „nicht-humanen Menschen“. Unter diesem, wie er selbst zugibt, etwas missverständlichen Begriff versteht Guardini, dass Wirk- und Erlebnisfeld des Menschen auseinanderfallen,[6]Ebd., S. 59f. dass also beispielsweise das Konsumverhalten in Europa und den USA über den anthropogenen Klimawandel die Lebensbedingungen im globalen Süden (massiv) beeinflussen, ohne dass dies in Europa unmittelbar wahrgenommen werden kann, sondern nur mittelbar über den in den Medien popularisierten wissenschaftlichen Diskurs. Der heutige Mensch ist nicht mehr in der Lage, das, was er weiß und bewirkt auch selbst zu durchleben. Sein Wirklichkeitsverhältnis ist dadurch grundsätzlich anders als noch in der Neuzeit, in der dieser Zusammenhang trotz aller wissenschaftlicher und technischer Fortschritte grundsätzlich fortbestand.

Hinsichtlich des oben beschriebenen Wesens der Persönlichkeit bzw. des Subjekts bemerkt er:
„Dieser Gedanke scheint aber mit einer bestimmten soziologischen Struktur, nämlich der bürgerlichen, verbunden zu sein – der Begriff des „Bürgerlichen“ in seiner weitesten Bedeutung genommen, welche sowohl den auf rationale Klarheit ausgerichteten, Sicherheit suchenden Menschen, wie auch seinen Gegenpol, den Romantiker und Bohémien; sowohl den Menschen der durchschnittlichen Ordnung wie den der Ausnahme, das Genie, umfaßt[sic].“[7]Ebd., S. 52.
Diese soziologische Struktur sieht Guardini an ihr Ende gekommen. An ihre Stelle ist etwas Neues getreten. Als „äußerste Gegenform“ dieses Neuen zur bürgerlichen Welt sieht Guardini den „Menschen der Masse“, wobei er diesen Begriff nicht pejorativ verwendet, sondern rein deskriptiv bezogen auf „eine menschliche Struktur, die mit Planung und Technik verbunden ist“.[8]Ebd.
Romano Guardini und der Neoliberalismus
In dieser Wahrnehmung trifft sich Guardini mit seinen neoliberalen Zeitgenossen, die dieser Beobachtung jedoch eine betont gesellschaftskritische Note geben:
„Obwohl die Kritik an der „Masse“ nicht nur für Röpke, sondern auch für weitere Neoliberale ein wesentlicher Ausgangspunkt für die Entwicklung ihres eigenen Programms war, ist die systematische Bedeutung dieser Denkfigur bislang kaum untersucht worden. Es spricht jedoch sehr viel dafür, dass die Liberalen die Masse nicht als einen sozialen Schichtungsbegriff verstehen, sondern als (degenerierte) geistige Haltung, der die Idee der Persönlichkeit entgegengestellt werden muss. Siehe hierzu die grundlegenden und überzeugenden Erläuterungen von Dathe (2008).“[9]Goldschmidt, Nils (2009) : Liberalismus als Kulturideal: Wilhelm Röpke unddie kulturelle Ökonomik, Freiburger Diskussionspapiere zur Ordnungsökonomik, No. 09/2,Albert-Ludwigs-Universität … Continue reading
Ganz anders als die Neoliberalen sieht Guardini in der Masse „keine Entwertungs- und Zerfallserscheinung…sondern eine menschlich-geschichtliche Grundform, die zu voller Entfaltung im Sein wie im Werk gelangen kann – vorausgesetzt allerdings, daß [sic] man dieser Entfaltung nicht den neuzeitlichen Maßstab zugrunde legt, sondern jenen, auf den ihr Wesen bezogen ist.“[10]Romano Guardini, Das Ende der Neuzeit, S. 53.
Ja, wenn Guardini später von der Entscheidung in Bezug auf die Natur spricht, sich auf diese entweder „romantisch, als Rückkehr zu einem Naturverhältnis, das es nicht mehr gibt“ zu beziehen „oder aber realistisch, in Beziehung zum Kommenden“,[11]Ebd., S. 63. so kann man dies durchaus auch auf das Gesellschaftsbild der Neoliberalen beziehen, die sich romantisch und reaktionär zugleich eine untergegangene bürgerliche Lebenswelt zurückwünschen – „ein um die Technik bereichertes neues Biedermeier“[12]Egon Edgar Nawroth, Die Sozial- und Wirtschaftsphilosophie des Neoliberalismus, in: Sammlung Politeia. Veröffentlichungen des Internationalen Instituts für Sozialwissenschaft und Politik … Continue reading – statt sich realistisch dem Kommenden zu stellen.
Dieses damals Kommende und heute Gekommene (und immer weiter Kommende) gleicht nun in der Tat nicht mehr den Fließbändern und Fabrikhallen des Fordismus. Dass unsere heutige menschliche Struktur jedoch noch mehr als in den 1950er Jahren mit Planung und Technik verbunden ist, lässt sich kaum leugnen. Der Wandel bringt jedoch mit sich, dass manche von Guardinis Beobachtungen heute aus der Zeit gefallen wirken, wohlgemerkt wirken.
So wenn er in Bezug auf den „Menschen der Masse“ erklärt:
„Er hat gar nicht den Willen, eigen in seiner Gestalt und originell in seiner Lebensführung zu sein, noch sich eine Umwelt zu schaffen, die ihm ganz und möglichst ihm allein entspricht. Er nimmt vielmehr die Gebrauchsdinge und Lebensformen an, wie sie ihm von der rationalen Planung und den genormten Maschinenprodukten aufgenötigt werden, und tut das im Großen und Ganzen mit dem Gefühl, so sei es vernünftig und richtig. Ebenso wie er gar nicht den Wunsch hat, aus eigener Initiative heraus zu eben. Die Freiheit der äußeren und inneren Bewegung scheint für ihn kein ursprünglich empfundener Wert zu sein. Er fügt sich vielmehr mit Selbstverständlichkeit in die Organisation ein, welche die Form der Masse ist, und gehorcht dem Programm als der Weise, wie „der Mensch ohne Persönlichkeit“ in Richtung gebraucht wird.“[13]Romano Guardini, Das Ende der Neuzeit, S. 53.
In Zeiten der Personalisierung von Produkten scheint das alles in der Vergangenheit versunken zu sein, das gilt jedoch nur für den ersten, oberflächlichen Blick. Tatsächlich ist es einfach so, dass die Uniformität dem primitiven ersten Stadium des Maschinenzeitalters geschuldet war, wohingegen die Organisation in ihrem heutigen, fortgeschrittenen Stadium Mobilität, Flexibilität und Diversität fordert – und wie der Mensch der Masse in der Mitte des 20. Jahrhunderts die von der damaligen Organisation geforderte Uniformität lieferte, so im 21. Jahrhundert die von der heutigen Organisation geforderte Mobilität, Flexibilität und Diversität.
Daraus ergibt sich jedoch eine weitere Frage. Guardini spricht in diesem Zusammenhang vom Ende der Persönlichkeit. Hier muss gefragt werden, ob dies auch heute noch Gültigkeit hat, angesichts der Bedeutung, die allenthalben Selbstbestimmung bzw. Autonomie und Authentizität zugesprochen wird oder wenn Bewerbern auf dem Arbeitsmarkt geraten wird, sie müssten eine Marke werden, einen eigenen „Brand“ entwickeln.
Gerade dieser letzte Aspekt ist dabei jedoch erhellend. Guardini spricht just da, wo er das Verschwinden der „Persönlichkeit“ konstatiert, von der Gefahr, der Mensch könne auf einen „bloßen Träger von Funktionen“ reduziert werden.[14]Ebd., S. 55.
Was ist aber eine Marke anderes als Träger der Funktion, eine Ware zu vermarkten? So spricht auch der Psychoanalytiker Erich Fromm vom heutigen Menschentypus als dem Marketing-Charakter, der Verkäufer und Ware in einem ist.[15]Erich Fromm, Haben oder Sein – Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft. Aus dem Englischen von Brigitte Stein. Überarbeitet von Rainer Funk, dtv München 2000, S. 141 – 147.Und auch er verwendet in diesem Konzept den Begriff der „Persönlichkeit“. Wo die neuzeitliche Persönlichkeit jedoch die in sich stehende, abgerundete Entfaltung der inhärenten Fähigkeiten eines Menschen ist, ist die Frommsche „Persönlichkeit“ nichts weiter als die auf unterschiedliche Käuferwünsche möglichst beliebig anpassbare äußere Verpackung, eine Hülle, die Kaufinteressenten zum Kauf motivieren soll – sei es auf dem Arbeits- oder dem Partnermarkt. Dabei ist zu bedenken, dass eine Ware sowohl für den Verkäufer wie für den Käufer immer nur Mittel, niemals Zweck ist. Was den Marketing-Charakter also geradezu charakterisiert ist, dass er sich selbst fortwährend als Mittel behandelt, sich selbst instrumentalisiert.
Gleichzeitig muss berücksichtigt werden, in welchem immer stärker zunehmendem und unserem Bewusstsein sich entziehenden Ausmaß das, was wir heute „Persönlichkeit“ nennen, in den Zeiten von Big Data zu einem Produkt des Algorithmus geworden ist. Wie Papst Franziskus in Dilexit nos schreibt: „Der Algorithmus, der in der digitalen Welt am Werk ist, zeigt, dass unsere Gedanken und unsere Willensentscheidungen viel mehr „Standard“ sind, als wir gedacht hätten. Sie sind leicht vorhersehbar und manipulierbar.“[16]Dilexit nos Nr. 14.) Als positive Ersetzung der „Persönlichkeit“, die ihrem Wesen nach immer nur die Möglichkeit für … Continue reading
Was charakterisiert die Person? Sie ist
„nicht auf Entfaltung, sondern auf Definition gerichtet. Nicht auf das Reiche, gar Außerordentliche, sondern auf etwas Karges und Herbes, das aber in jedem menschlichen Individuum aufrechterhalten und entwickelt werden kann. Auf jene Einmaligkeit, die nicht aus besonderer Veranlagung und Gunst der Situation, sondern daraus kommt, daß [sic] er von Gott angerufen ist…von daher fähig, sich selbst zu verantworten und aus innerer Anfangskraft in die Wirklichkeit einzugreifen. Diese Tatsache macht jeden Menschen einzig. Nicht so, daß [sic] er nur ihm eigene Begabungen hätte, sondern in dem klaren, unbedingten Sinne, daß [sic] jeder als in sich selbst Gestellter unersetzbar, unvertretbar und unverdrängbar ist.“[17]Ebd., S. 55f.
Man könnte auch sagen: Was sie charakterisiert ist das menschliche Herz, dem Papst Franziskus seine vierte Enzyklia Dilexit nos mit gewidmet hat und dessen Wichtigkeit er speziell im ersten Kapitel herausarbeitet.
Was Persönlichkeit und Person unterscheidet, kann man also wie folgt zusammenfassen:
Die Persönlichkeit ist durch Äußerlichkeiten und Zufälligkeiten bestimmt, durch das, was in der aristotelischen Philosophie Akzidentien genannt werden: die ethnische und soziale Herkunft, die entweder Möglichkeiten der Persönlichkeitsentfaltung eröffnet oder eben nicht; das Geschlecht und die Zeit, in die man hineingeboren wird, insofern sie sich im selben Sinne auswirken; Begabungen und Veranlagungen, die ohne eigenes Zutun außergewöhnlich oder gewöhnlich sein können.
Der Persönlichkeit kommt somit etwas Aristokratisches und Elitäres zu. Nur wenige kommen aufgrund günstiger Rahmenbedingungen in den Genuss der Möglichkeit, sich als Persönlichkeit zu entfalten und so von der Masse abzuheben. Sie ist sowohl Ausdruck sozialer Ungerechtigkeit wie Anlass zu Neid.
Die Person ist das, was einen Menschen in seinem Innersten, in seiner Substanz, ausmacht: die prinzipielle Fähigkeit, sein Tun zu verantworten, ein ethisches Wesen zu sein und zwischen Gut und Böse wählen zu können, ja unweigerlich zu müssen. Es ist die radikale Fähigkeit, sich in einer Weise selbst zu bestimmen, die nach christlichem Glauben für die Ewigkeit Bestand hat und im christlichen Glauben mit den Begriffen Himmel und Hölle verbunden ist.[18]Vgl. Veritatis splendor Nr. 71.
Die Person ist so gesehen das Urdemokratische am Menschen, jenes, das alle Menschen auf eine Stufe stellt und gerade darin ihre Einmaligkeit und Einzigartigkeit begründet. In ihr allein gründet die Würde des Menschen und jedes Menschen.
Als eine große Herausforderung des neuen Zeitalters sah es Guardini daher, den Menschen als personales Wesen, das heißt als ethisch verantwortliches Wesen, angesichts der Übermacht von Organisation, Planung und Technik zu bewahren, wobei es auf eine innere Befreiung, eine Stählung gegen die immer ungeheuerlicher anwachsenden Es-Mächte ankäme[19]Romano Guardini, Das Ende der Neuzeit, S. 56f. – also gerade nicht zum Marketing-Charakter Frommscher Prägung zu werden. Die Alternative hierzu in ihrer letzten Konsequenz beschrieb Hanna Arendt in „Die Banalität des Bösen“.
Von Guardinis Sicht her ergibt sich noch eine weitere interessante Perspektive, dieses Mal auf die Bevölkerungspolitik. Wilhelm Röpke sah in der Bevölkerungsexplosion eine der Hauptursachen der Vermassung und daher auch die Notwendigkeit, ihr entgegenzuwirken.[20]Vgl. Wilhelm Röpke, The Social Crisis of Our Time, S. 13f. Guardini kommt von seiner Sicht her zu einer vollkommen anderen Schlussfolgerung:
„Verhält es sich aber so [nämlich „daß [sic] jeder als in sich selbst Gestellter unersetzbar, unvertretbar und unverdrängbar ist.] dann ist es gut, daß [sic] diese Einmaligkeit sich oft ereigne. Dann ist es gut, daß [sic] vielen Menschen seien, und in einem jeden von ihnen sich diese Chance der Personalität öffne.“[21]Romano Guardini, Das Ende der Neuzeit, S. 56.
Wie direkt an die Neoliberalen gewandt fährt Guardini fort:
„Haben wir also ein Recht, aus der Einschränkung, welche das Wachsen der Masse für alle Persönlichkeits- und Kulturwerte bringen wird, ein entscheidendes Argument gegen sie zu machen? Haben wir ein Recht, deswegen, weil der Kulturstand von tausend Menschen geringer sein muß [sic] als der von zehn, zu sagen, nicht tausend dürfen geboren werden, sondern nur zehn? Ist die Öffnung der personalen Chance nicht ein Unbedingtes, vor dem andere Erwägungen zurückzutreten haben? Hier liegt ein dringlicher Anlaß [sic] für den neuzeitlichen Individualisten, sich zu fragen, wie weit er seine persönlichen Existenzbedingungen, die zu verteidigen er natürlich berechtigt ist, absolut gesetzt hat. Statt also im Namen einer von Persönlichkeiten getragenen Kultur gegen die heraufkommende Masse zu protestieren, wäre es richtiger, sich zu fragen, wo die menschlichen Probleme dieser Masse liegen? Sie liegen darin, ob die Einebnung, welche mit der Vielzahl gegeben ist nur zum Verlust der Persönlichkeit, oder auch zu dem der Person führt. Das Erste darf geschehen; das Zweite niemals.“[22]Ebd., S. 56f.
Wieder im offenen Widerspruch zur Sicht der Neoliberalen und insbesondere Wilhelm Röpkes fährt Guardini fort, dem positiven Sinn der Masse nachzuforschen. Diesen sieht er, wieder in mehr oder weniger impliziter Vorwegnahme dessen, was wir Heutigen Anthropozän nennen, im „uns unausweichlich aufgegeben Herrschaftswerk über die Welt“.[23]Ebd., S. 57f. Die Bewältigung dieser Herausforderung verknüpft Guardini direkt mit dem Phänomen der Masse, wenn er erklärt:
„Die Anforderungen dieses Werkes werden so ungeheuer sein, dass sie aus den Möglichkeiten der individuellen Initiative und des Zusammenschlusses individualistisch geformter Einzelner nicht zu lösen sind. Es wird einer Sammlung der Kräfte und einer Einheit der Leistung bedürfen.“[24]Ebd., S. 58.
Eine Aussage, die sich als Zitat auch in Laudato Si‘ findet.[25]Laudato Si‘ Nr. 219.
Kommen wir an dieser Stelle auf die Kultur zu sprechen. Für Guardini ist der neuzeitliche Fortschrittsglaube passé.[26]Romano Guardini, Das Ende der Neuzeit, S. 67. Zu viel ist in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts „schief gelaufen“, zu nahe steht die Welt in den 1960er Jahre am Abgrund nuklearer Vernichtung als dass dieser noch aufrecht erhalten werden könnte. Der Sache nach meint er „das Ende der großen Erzählungen“, die immer auch Fortschrittserzählungen waren. Sicher, die 1990er Jahre sahen mit dem damals ausgerufenen „Ende der Geschichte“ ein Nachzucken der großen Erzählungen, der weitere Fortgang der Geschichte hat dieses jedoch schnell und gründlich zum Schweigen gebracht. Heute dominieren überwiegend Untergangsszenarien zumeist ökologischer[27]Jedoch nicht nur, man denke etwa an die mit der Entwicklung der KI verbundenen Horrorszenarien à la Terminator. Provenienz. Auch zeitgenössische Ideologien wie die Critical Race Theory speisen sich aus dem von Guardini hinsichtlich der real existierenden menschlichen Kultur als solcher skizzierten Gefühl, „mit ihr stimmt es nicht. Wir müssen uns vor ihr in acht nehmen. Und nicht nur, weil es in ihr Mißstände gäbe, oder sie geschichtlich überholt wäre, sondern weil ihr Grundwille und ihr Maßbild falsch sind.“[28]Romano Guardini, Das Ende der Neuzeit, S. 66.
Dies führt Romano Guardini darauf zurück, dass die Neuzeit den Menschen ganz grundsätzlich mit ihren verschiedenen Menschenbildern – seien sie materialistisch, idealistisch oder existentialistisch – verfehlt habe, die sämtliche einzelne Aspekte des Menschen herausgegriffen und ihn auf diese reduziert hätten, den lebendigen, realen Menschen dabei aber nicht erreichen konnten.[29]Ebd., S. 67f. Diesen aber beschreibt er wie folgt:
„endliche Person, die als solche existiert, auch wenn sie es nicht will, auch wenn sie ihr eigenes Wesen leugnet. Angerufen von Gott, in Begegnung mit den Dingen und mit den anderen Personen. Person, welche die herrliche und furchtbare Freiheit hat, die Welt zu bewahren oder zerstören, ja sich selbst behaupten und erfüllen, oder preisgeben und zugrunde richten zu können. Und letzteres nicht als notwendiges Element in einem überpersönlichen Prozeß [sic], sondern als etwas wirklich Negatives, vermeidbar und zutiefst sinnlos.“[30]Ebd., S. 69.
So hat, nach Guardini, die Neuzeit den Menschen nie gesehen.
Ein zweiter Aspekt, eng zusammenhängend mit dem brüchig gewordenen Fortschrittsglauben, benennt Guardini noch hinsichtlich eines gewandelten Kulturverhältnisses und dieser bringt uns nun unmittelbar in Kontakt mit dem technokratischen Paradigma. Guardinis Aussage über den neuzeitlichen Menschen, welcher der Meinung sei, „jede Zunahme an Macht sei einfachhin »Fortschritt«; Erhöhung von Sicherheit, Nutzen, Wohlfahrt, Lebenskraft, Wertsättigung“[31]Ebd., S. 70., bezieht Papst Franziskus in Laudato Si‘ Nr. 105 unmittelbar auf uns Heutige. In Papst Franziskus‘ Lesart sind wir noch immer Kinder der Neuzeit. Wir haben noch nicht wirklich gelernt, was Guardini feststellt:
„In Wahrheit ist die Macht etwas durchaus Mehrdeutiges; kann Gutes wirken wie Böses; aufbauen wie zerstören. Zu was sie tatsächlich wird, hängt davon ab, wie die Gesinnung ist, die sie regiert, und der Zweck, zu dem sie gebraucht wird.“[32]Ebd.
Hier wurde bereits argumentiert, wie die neuzeitliche Konzeption von Wissenschaft die Frage nach den Zwecken, nach den Finalursachen, geradezu als störend und unerheblich ausgeblendet hat. Nur folgerichtig bemerkt Guardini daher auch:
„Bei genauer Prüfung zeigt sich aber, daß [sic] im Laufe der Neuzeit zwar die Macht über das Seiende, Dinge wie Menschen, in einem immer ungeheuerlicheren Maße [sic] ansteigt, der Ernst der Verantwortlichkeit aber, die Klarheit des Gewissens, die Kraft des Charakters mit diesem Anstieg durchaus nicht Schritt halten. Es zeigt sich, daß [sic] der moderne Mensch nicht zum richtigen Gebrauch der Macht erzogen wird;“ – eine Feststellung die Papst Franziskus ebenfalls zustimmend zitiert – „ja, daß [sic] weithin sogar das Bewußtsein [sic] des Problems fehlt, oder sich doch auf gewisse äußere Gefahren beschränkt, wie sie im Krieg deutlich geworden sind und durch die Publizistik erörtert werden. Das bedeutet, daß [sic] die Möglichkeit, der Mensch werde die Macht falsch gebrauchen, beständig wächst. Da es ein wirkliches und wirksames Ethos des Machtgebrauchs noch nicht gibt, wird die Neigung immer größer, diesen Gebrauch als einen Naturvorgang anzusehen, für welchen keine Freiheitsnormen, sondern nur angebliche Notwendigkeiten des Nutzens und der Sicherheit bestehen“[33]Ebd. Vgl. auch S. 76: „Er hat Macht über die Dinge, nicht aber – sagen wir zuversichtlicher: noch nicht Macht über seine Macht. Der Mensch ist frei und kann seine Macht gebrauchen, wie er will. … Continue reading (Auch diese letzte Feststellung zitiert Franziskus in Nr. 105)
In diesem kurzen Abschnitt finden sich 3 der 7 Zitate, die Papst Franziskus aus „Das Ende der Neuzeit“ in Laudato Si‘ anbringt. Es wird also deutlich, dass Papst Franziskus diese Analyse Guardinis des neuzeitlichen Menschen als für den heutigen Menschen nach wie vor gültig ansieht, ja als besonders geeignet, die Hintergründe der gegenwärtigen ökologischen Krise zu beleuchten.[34]Noch bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist der Umstand, dass Guardini unmittelbar auf diesen Abschnitt folgend darauf zu sprechen kommt, „daß [sic] die Macht sich dämonisiert“ (vgl. S. 71), … Continue reading
Doch Guardini selbst geht offenbar auch davon aus, dass diese Realität, die er mit der Neuzeit verbunden sieht, am Weichen ist und etwas Neuem Platz macht. Worin besteht dieses Neue? Im wachsenden Bewusstsein, dass Kultur nicht ein Mehr an Sicherheit bedeutet, sondern „ein Wagnis auf Leben und Tod“.[35]Romano Guardini, Das Ende der Neuzeit, S. 74. In den Tagen Guardinis war dieses wachsende Bewusstsein sicher vor allem verbunden mit der realen Gefahr eines Atomkrieges. Heute ist sicher vorrangig an den anthropogenen Klimawandel zu denken. Ein Ausdruck dieses wachsenden Bewusstseins ist sicher auch Laudato Si‘ selbst.
Hören wir noch einmal die Neuheit dieser Situation in den Worten Guardinis:
„Wissenschaft und Technik haben die Energien der Natur wie des Menschen selbst derart zur Verfügung gestellt, daß [sic] Zerstörungen schlechthin unabsehbaren Ausmaßes [sic], akute wie chronische eintreten können. Mit genauestem Recht kann man sagen, daß [sic] von jetzt an ein neuer Abschnitt der Geschichte beginnt. Von jetzt an und für immer wird der Mensch am Rand einer sein ganzes Dasein betreffenden, immer stärker anwachsenden Gefahr leben.“[36]Ebd., S. 76.
Ernüchtert fährt Guardini fort:
„Die Dinge sehen aber nicht so aus, als ob es wirklich und von hinreichend Vielen verstanden worden sei. Immer wieder gewinnt man den Eindruck, als ob das Mittel, mit welchem die flutartig ansteigenden Probleme bewältigt werden, im Letzten doch die Gewalt sei. Das hieße aber, daß [sic] der falsche Gebrauch der Macht zur Regel wird.“[37]Ebd., S. 77.
Hier wirkt sich auch Folgendes aus, das Guardini in „Die Macht“ anmerkt:
„Ethische Normen gelten aus ihrer inneren Wahrheit; geschichtlich wirksam werden sie aber dadurch, daß [sic] sie sich in lebendigen Instinkten, in Tendenzen der Seele, in gesellschaftlichen Strukturen, in kulturellen Gestaltungen und geschichtlichen Strukturen verwurzeln. Der Vorgang, von welchem gesprochen wurde, zerstört aber die alten Verwurzelungen. An ihre Stelle treten – zunächst wenigstens – mechanisch-formale Ordnungen: alles das, was „Organisation“ heißt. Organisation allein schafft aber keinen Ethos. So nimmt die Bedeutung der ethischen Normen auf das allgemeine Leben ab und wird von Gesichtspunkten der Wirkung und des Erfolgs ersetzt. Das gilt besonders von jenen Normen, welche die menschliche Person schützen…Dieses Verschwinden der unmittelbar wirksamen ethischen Bindungen ist es, was den Menschen endgültig an die Macht ausliefert. Niemals hätte er in der von uns durchlebten Vergangenheit [gemeint ist der Nationalsozialismus] so erniedrigt werden können, wie es geschehen ist; niemals könnte er in der anderswo gelebten Gegenwart so mißbraucht werden, wie es immer weiter geschieht, wenn das sittliche Gefühl ihn nicht derart preisgegeben hätte – auch das Gefühl des einzelnen Menschen für sein eigenes personales Sein.“[38]Romano Guardini, Die Macht – Versuch einer Wegweisung, 7. Auflage, Matthias-Gründewald-Verlag Mainz, Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 1986, S. 139f.
Dies wirkt sich auch auf den religiösen Bereich aus. Der Mensch unserer Tage
„wird nicht nur gleichgültig gegen das vorher maßgebende christliche Bekenntnis, sondern auch skeptisch gegen alles Religiöse überhaupt. Die Dinge werden „weltlich“…Das aber bedeutet, daß [sic] sowohl der Mensch im allgemeinen, wie auch wichtige Einzelmomente seines Lebens – etwa die Wehrlosigkeit des Kindes, der besondere Charakter der Frau, die Schwäche und zugleich Erfahrungsfülle des Alters – ihren metaphysischen Akzent verlieren. Die Geburt ist nur noch das Entstehen eines Individuums der Spezies Mensch; die Eheschließung ein Zusammengehen von Mann und Weib mit bestimmten persönlichen und rechtlichen Folgen; der Tod der Abschluß [sic] eines Gesamtvorganges, welcher „Leben“ heißt. Glück wie Unglück sind nicht mehr Fügungen, sondern günstige bzw. ungünstige Vorfälle, mit denen man fertig werden muß [sic]. Die Dinge verlieren ihr Geheimnis und werden zu berechenbaren Gebilden mit bestimmten wirtschaftlichen, hygienischen, ästhetischen Werten.“[39]Ebd., S. 142.
References[+]
| ↑1 | Romano Guardini, Das Ende der Neuzeit – Ein Versuch zur Orientierung, 10. Auflage, Matthias-Gründewald-Verlag Mainz, Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 1986, S. 47. |
|---|---|
| ↑2 | Ebd., S. 50. |
| ↑3 | Ebd., S. 51. |
| ↑4 | Ebd., S. 62. |
| ↑5 | Ebd. |
| ↑6 | Ebd., S. 59f. |
| ↑7 | Ebd., S. 52. |
| ↑8 | Ebd. |
| ↑9 | Goldschmidt, Nils (2009) : Liberalismus als Kulturideal: Wilhelm Röpke und die kulturelle Ökonomik, Freiburger Diskussionspapiere zur Ordnungsökonomik, No. 09/2, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Institut für Allgemeine Wirtschaftsforschung, Abteilung für Wirtschaftspolitik, Freiburg i. Br., S. 2. |
| ↑10 | Romano Guardini, Das Ende der Neuzeit, S. 53. |
| ↑11 | Ebd., S. 63. |
| ↑12 | Egon Edgar Nawroth, Die Sozial- und Wirtschaftsphilosophie des Neoliberalismus, in: Sammlung Politeia. Veröffentlichungen des Internationalen Instituts für Sozialwissenschaft und Politik Universität Freiburg/Schweiz, Bd. XIV, hg. v. Prof. Df. A. F. Utz, F. H. Kerle Verlag Heidelberg – Verlag E. Nauwelaerts Löwen 1961, S. 267. |
| ↑13 | Romano Guardini, Das Ende der Neuzeit, S. 53. |
| ↑14 | Ebd., S. 55. |
| ↑15 | Erich Fromm, Haben oder Sein – Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft. Aus dem Englischen von Brigitte Stein. Überarbeitet von Rainer Funk, dtv München 2000, S. 141 – 147. |
| ↑16 | Dilexit nos Nr. 14.) Als positive Ersetzung der „Persönlichkeit“, die ihrem Wesen nach immer nur die Möglichkeit für eine kleine, von den Umständen begünstigte, Elite ist, sieht Guardini die „Person“ hervorzutreten. Diese bildet sozusagen das Positiv zum Negativ des „bloßen Trägers von Funktion“.((Romano Guardini, Das Ende der Neuzeit, S. 55. |
| ↑17 | Ebd., S. 55f. |
| ↑18 | Vgl. Veritatis splendor Nr. 71. |
| ↑19 | Romano Guardini, Das Ende der Neuzeit, S. 56f. |
| ↑20 | Vgl. Wilhelm Röpke, The Social Crisis of Our Time, S. 13f. |
| ↑21 | Romano Guardini, Das Ende der Neuzeit, S. 56. |
| ↑22 | Ebd., S. 56f. |
| ↑23 | Ebd., S. 57f. |
| ↑24 | Ebd., S. 58. |
| ↑25 | Laudato Si‘ Nr. 219. |
| ↑26 | Romano Guardini, Das Ende der Neuzeit, S. 67. |
| ↑27 | Jedoch nicht nur, man denke etwa an die mit der Entwicklung der KI verbundenen Horrorszenarien à la Terminator. |
| ↑28 | Romano Guardini, Das Ende der Neuzeit, S. 66. |
| ↑29 | Ebd., S. 67f. |
| ↑30 | Ebd., S. 69. |
| ↑31 | Ebd., S. 70. |
| ↑32 | Ebd. |
| ↑33 | Ebd. Vgl. auch S. 76: „Er hat Macht über die Dinge, nicht aber – sagen wir zuversichtlicher: noch nicht Macht über seine Macht. Der Mensch ist frei und kann seine Macht gebrauchen, wie er will. Ebendarin aber liegt die Möglichkeit, sie falsch zu brauchen; falsch im Sinne des Bösen wie des Zerstörenden. Was garantiert den rechten Gebrauch? Nichts. Es gibt keine Garantie dafür, daß [sic] die Freiheit sich richtig entscheide. Was es geben kann, ist nur eine Wahrscheinlichkeit, und sie liegt darin, daß [sic] der gute Wille zur Gesinnung, zur Haltung, zum Charkater wird. Die vorurteilslose Prüfun muß [sic] aber – wir haben es bereits bemerkt – feststellen, daß [sic] eine Charakterbildung, welche den richtigen Gebrauch der Macht wahrscheinlich machte, fehlt. Der neuzeitliche Mensch ist auf den ungeheuren Aufstieg seiner Macht nicht vorbereitet. Es gibt noch keine richtig durchdachte und wirksam geprägte Ethik des Machtgebrauchs; noch weniger eine Erziehung dazu, weder einer Elite noch der Gesamtheit.“ |
| ↑34 | Noch bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist der Umstand, dass Guardini unmittelbar auf diesen Abschnitt folgend darauf zu sprechen kommt, „daß [sic] die Macht sich dämonisiert“ (vgl. S. 71), worunter er explizit ihre Inbesitz- und -dienstnahme durch gefallene geistige Wesen im Sinne der klassischen Dämonologie versteht. Bemerkenswert ist dies vor dem Hintergrund, dass Papst Franziskus selbst sehr viel häufiger als seine beiden Vorgänger auf den Teufel zu sprechen kommt. In Laudato Si‘ tut er dies freilich nicht, allerdings ist dieses Schreiben auch explizit ad extra, also an Andersgläubige, gerichtet. Eine entsprechende Bezugnahme mag also als nicht opportun erschienen sein. |
| ↑35 | Romano Guardini, Das Ende der Neuzeit, S. 74. |
| ↑36 | Ebd., S. 76. |
| ↑37 | Ebd., S. 77. |
| ↑38 | Romano Guardini, Die Macht – Versuch einer Wegweisung, 7. Auflage, Matthias-Gründewald-Verlag Mainz, Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 1986, S. 139f. |
| ↑39 | Ebd., S. 142. |