Wilhelm Röpke und die Sozialökologie

Wie bei Papst Franziskus weitet sich auch bei Wilhelm Röpke die Wirtschafts- zur Gesellschafts- und Zeitkritik.

Wo Simone Weil, die zeitgleich zu Röpkes „Die Gesellschaftkrisis der Gegenwart“[1]Wilhelm Röpke, Die Gesellschaftskrisis der Gegenwart. Rentsch, Erlenbach ZH 1942 (Haupt, Bern 1979, ISBN 3-528-02870-2 ihre „Die Verwurzelung“[2]Marianne Schneider: Simone Weil, Die Verwurzelung. Vorspiel zu einer Erklärung der Pflichten dem Menschen gegenüber, übersetzt von Marianne Schneider, diaphanes, Zürich 2011, S. 56 – 58. schreibt, von Entwurzelung spricht, ein Begriff, der auch bei Papst Franziskus immer wieder auftaucht, ist es bei Röpke die „spirituelle Kollektivierung“ mit der er die im Wesentlichen selben Phänomene seiner Zeit beschreibt und kritisiert:

„Die Bewohner eines großen Mehrfamilienhauses sind einander völlig Fremde und treffen sich vielleicht das erste Mal im Bunker, aber auf der anderen Seite haben sie die engsten anonym Beziehungen mit der Gesamtheit ihrer Mitmenschen; Beziehungen einer äußerlichen und mechanischen Art: als Käufer und Verkäufer, als Glieder einer sich gegenseitig anrempelnden Menge, als Wähler, Radiohörer und Kinobesucher, die dieselben akustischen und optischen Eindrücke mit Millionen anderen teilen, als Steuerzahler, Empfänger von Pensionen und anderen staatlichen Leistungen, als Mitglieder von Krankenversicherungen und dieser oder jener anderen zentral organisierten Vereinigung.

An die Stelle einer echten Integration geschaffen durch echte Gemeinschaften, welche die Bindungen der Nähe, natürlicher Wurzeln und die Wärme direkter menschlicher Beziehungen erfordern, ist eine Pseudo-Integration getreten, geschaffen durch den Markt, Wettbewerb, zentrale Organisation, Mietshäuser, Wahlzettel, Polizei, Gesetzen, Massenproduktion, Massenamüsement, Massenemotionen und Massenerziehung.“[3]Wilhelm Röpke, The social crisis of our time, S. 10. Rückübersetzung in das Deutsche durch den Autor dieses Textes

Man beachte, wie der Neoliberale Röpke auch die Pseudo-Integration durch Markt, Wettbewerb und Massenproduktion kritisiert. Doch auch darüber hinaus erinnern die Ausführungen an Papst Franziskus, der in Laudato Si‘ von dem „Gefühl der Beklemmung“ spricht, „das die Zusammenballung in Wohnhäusern und Räumen mit hoher Bevölkerungsdichte erzeugt“ [4]Laudato Si‘ Nr. 148. und anmerkt: 

„Für die Bewohner von sehr problematischen Wohnquartieren kann der tägliche Gang vom Gedränge zur sozialen Anonymität, den man in den großen Städten erfährt, ein Gefühl der Entwurzelung hervorrufen, das asoziale und gewaltbereite Verhaltensweisen fördert.“[5]Ebd., Nr. 149.

Wilhelm Röpkes Kritik an der Proletarisierung

Röpke spricht in diesem Zusammenhang von einer Proletarisierung. Hierunter versteht er nicht primär materielle Armut, sondern eine menschenfeindliche Lebenswelt. Neben der Monotonie der Fabrikarbeit ist diese für ihn vor allem geprägt durch Zusammenballung der Menschen in den Städten, die Dominanz von Lohnarbeit und der verbreiteten Unmöglichkeit, (vor allem Wohn)Eigentum zu erwerben.[6]Vgl. Wilhelm Röpke, The social crisis of our time, S. 14f und 145. Zu beachten ist, dass in Deutschland heute 91 % der erwerbstätigen Menschen sich in Lohnarbeit befinden, knapp 78% in Städten … Continue reading

Papst Franziskus sagt in Laudato Si‘ zum letzten Punkt:

„Die Wohnungsnot ist ein großes Problem in vielen Teilen der Welt, in den ländlichen Gebieten wie in den großen Städten, auch weil die Staatshaushalte nur einem kleinen Teil der Nachfrage entsprechen können. Nicht nur die Armen, sondern ein Großteil der Gesellschaft leidet unter ernsten Schwierigkeiten, eine eigene Wohnung zu erlangen. Der Besitz einer Wohnung hat viel mit der Würde der Personen und der Entfaltung der Familien zu tun. Es handelt sich um eine zentrale Frage der Humanökologie.“[7]Laudato Si‘ Nr. 152.

Der Niedergang der Familie

Doch auch den Niedergang der Familie thematisiert Wilhelm Röpke in diesem Kontext. Er kritisiert, wie die Familie zu einer reinen Verbraucher- oder Unterhaltungskooperative herabgesunken sei, wobei sie am Ende dieses Prozesses nichts weiter als eine gemeinsame Adresse teile, während der Staat sämtliche Formen von Bildung und Erziehung monopolisiert. Dies wohlgemerkt zu einem Zeitpunkt als lediglich totalitäre Ideologen davon träumten, eine flächendeckende Betreuung von Kindern von kleinauf in (semi)staatlichen Einrichtungen sicherzustellen. Dennoch weißt bereits damals Röpke darauf hin, dass das wirkliche Opfer dieser Entwicklung die Frauen darstellen, denen auf diesem Weg ihre wichtigsten Aufgaben weggenommen würden.[8]Vgl. Wilhelm Röpke, The social crisis of our time, S. 15f.

So sind wir heute vielleicht weiter denn je von jener wahren Aufwertung der Frau entfernt, die in den Worten Johannes Pauls II. „eine Arbeitsordnung [erfordert], die so strukturiert ist, daß sie diese Aufwertung nicht mit dem Aufgeben ihrer Eigenheit bezahlen muß und zum Schaden der Familie, wo ihr als Mutter eine unersetzliche Rolle zukommt.“[9]Laborem exercens Nr. 19.

Kritik am Wohlfahrtstaat

In diesem Kontext ist auch auf Röpkes Kritik am Wohlfahrtsstaat, insbesondere dem Sozialversicherungswesen hinzuweisen. Dieser werde zwar als Ausdruck einer (nationalen) Solidargemeinschaft dargestellt, untergrabe jedoch die Eigenverantwortung und infolge auch die Verantwortung für einem nahestehende Personen aus Familie, Nachbarschaft und Beruf. Das reale Solidarnetz aus konkreten Personen werde so ersetzt durch ein anonymes Kollektiv; ein Prozess, der die spirituelle Kollektivierung vorantreibe.[10]Vgl. Wilhelm Röpke, The social crisis of our time, S. 164f.

Dies trifft sich mit den von Johannes Paul II.[11]Centesimus Annus Nr. 48: „Funktionsstörungen und Mängel im Wohlfahrtsstaat rühren von einem unzutreffenden Verständnis der Aufgaben des Staates her. Auch auf diesem Gebiet muß das … Continue reading und Benedikt XVI.[12]Caritas in Veritate Nr. 39: „Wenn die Logik des Marktes und die Logik des Staates mit gegenseitigem Einverständnis auf dem Monopol ihrer jeweiligen Einflußbereiche beharren, gehen langfristig die … Continue reading geäußerten Kritiken am Wohlfahrtsstaat.

Eineinhalb Jahrzehnte später erklärt Röpke:

„Eines von beiden wird früher oder später weichen müssen: das freie Gesellschafts- und Wirtschaftssystem oder der heutige Wohlfahrtsstaat.“[13]Wilhelm Röpke, Der Eintopf als Dogma, F.A.Z. 26. Okt. 1957, zitiert nach Heike Göbel, Die Liberalen und der Wohlfahrtsstaat – eine schwierige Beziehung.

Niedergang des ländlichen Lebens

Schließlich beklagt Röpke den Niedergang der Dörfer zugunsten der Städte sowie die Urbanisierung und Kommerzialisierung des ländlichen Raumes. Die spezifisch ländliche Kultur verschwinde und mit ihr eine ausgewogene Verbundenheit mit der Natur. An ihre Stelle trete einerseits ein naturfernes Stadtleben und die künstliche „Natur“ und Naturerfahrung von Nationalparks und Camping.[14]Vgl. Wilhelm Röpke, The social crisis of our time, S. 16. Insbesondere fordert er – ganz wie Simone Weil[15]Vgl. Simone Weil, Die Verwurzelung, S. 70f. – eine Rurifizierung des Industrieproletariats.[16]Wilhelm Röpke, The social crisis of our time, S. 180. Anders als Papst Franziskus, der ausführlich die Besserung der Ökologie im Alltagsleben der Städte behandelt[17]Vgl. Laudato Si‘ Nr. 147 – 154., behandelt Röpke dieses Thema gar nicht.

Wilhelm Röpke

Wiederum wie Simone Weil[18]Vgl. Simone Weil, Die Verwurzelung, S. 37, 70 – 74, 78f. und die englischen Distributisten, auf die er selbst verweist,[19]Vgl. Wilhelm Röpke, The social crisis of our time, S. 195. sieht Röpke die Problematik des Kapitalismus nicht darin, dass „einige Kapital besitzen, sondern vielmehr darin, dass andere keines besitzen und infolgedessen Protelarier sind.“[20]Ebd., S. 178, vgl. auch S. 223 – 225. Rückübersetzung in das Deutsche durch den Autor dieses Textes

Röpkes Distributismus

Als Ziel formuliert er eine „freie, gerechte, dekollektivierte, dezentralisierte und deproletarisierte Gesellschaft“[21]Ebd., S. 199. Rückübersetzung in das Deutsche durch den Autor dieses Textes. „Sein Ideal ist der Eigentumsbürger, der sich in Familie, Freundschaft, Nachbarschaft, Dorf und Stadt, Berufsverband und Berufsethos, Religionsgemeinschaft, Völkern und Vaterländern bindet.“[22]Gerd Habermann, Wilhelm Röpke : ein Liberaler fordert heraus. S. 3. Oder in den Worten Simone Weils: „Auf jeden Fall wäre eine solche soziale Lebensweise weder kapitalistisch noch sozialistisch. Der Proletarierstand würde abgeschafft, anstatt auf alle Menschen ausgedehnt zu werden, wozu der sogenannte Sozialismus tendiert.“[23]Simone Weil, Die Verwurzelung, S. 74.

Den Gegenentwurf zur kollektivistischen Gesellschaft sieht er daher in einer „Gesellschaft, in der die größtmögliche Zahl an Menschen ein Leben führt, das gründet auf Privateigentum und einer selbstgewählten Beschäftigung, ein Leben, das ihnen innere und, soweit möglich, äußere Unabhängigkeit bietet, die es ihnen ermöglicht, wirklich frei zu sein und ökonomische Freiheit als eine Selbstverständlichkeit anzusehen“.[24]Wilhelm Röpke, The social crisis of our time, S. 178. Rückübersetzung in das Deutsche durch den Autor dieses Textes.

All dies trift sich auch mit Papst Franziskus, der in Laudato Si‘ zustimmend die Bischöfe von Paraguay zitiert:

„Jeder Campesino hat ein natürliches Recht darauf, ein angemessenes Stück Land zu besitzen, wo er seine Wohnstätte errichten, für den Lebensunterhalt seiner Familie arbeiten und existentielle Sicherheit haben kann. Dieses Recht muss garantiert werden, damit es keine Illusion bleibt, sondern konkret angewendet wird. Das bedeutet, dass der Campesino außer dem Eigentumszertifikat sich auf Mittel technischer Schulung, Kredite, Versicherungen und Vermarktung verlassen muss.“[25]Laudato Si‘ Nr. 94.

Als Maßnahmen hierfür fordert Röpke (weitgehend im Einklang mit Simone Weil):

  • Dezentralisierung
  • die Förderung kleiner Produktions- und Siedlungseinheiten und gesunder Lebens- und Arbeitsformen, orientiert an der Lebensweise von Bauern und Handwerkern
  • Antimonopolgesetzgebung sowie Gesetzgebung gegen Finanzkonzentration
  • die Entwicklung neuer, nicht-proletarischer Industrieformen
  • die Beseitigung aller überkomplizierter Methoden der Organisation, Spezialisierung und Arbeitsteilung
  • die Förderung einer weiteren Streuung von Eigentum
  • Beschränkung der Staatsinterventionen auf das nötigste und im Einklang mit den Marktgesetzen[26]Vgl. Wilhelm Röpke, The social crisis of our time, S. 179.

Diese Punkte finden teilweise auch die explizite Zustimmung von Papst Franziskus, der in Laudato Si‘ erklärt:

„Damit es eine wirtschaftliche Freiheit gibt, von der alle effektiv profitieren, kann es manchmal notwenig sein, denen Grenzen zu setzen, die größere Ressourcen und finanzielle Macht besitzen. Eine rein theoretische wirtschaftliche Freiheit, bei der aber die realen Bedingungen verhindern, dass viele sie wirklich erlangen können, und bei der sich der Zugang zur Arbeit verschlechtert, wird für die Politik zu einem widersprüchlichen Thema, das ihr nicht zur Ehre gereicht.“[27]Laudato Si‘ Nr. 129.

Speziell in Bezug auf die Industriearbeiterschaft fordert Röpke

  • deren Verteilung auf Dörfer und Landstädte durch eine entsprechende Regionalplanung, die der Tendenz zur Konzentration in den Großstädten entgegenwirkt
  • ihre Versorgung mit Haus und Garten
  • eine auf Selbst- und Mitbestimmung ausgerichtete Reorganisation der Betriebsabaufäufe
  • Die Vermittlung der Kenntnis der größeren Zusammenhänge ihrer Arbeit, um so ihr Verantwortungsbewusstsein zu wecken.[28]Vgl. Wilhelm Röpke, The social crisis of our time,  S. 218 – 223.

Als beispielhaft in diesem Sinne nennt er die Schweiz.[29]Vgl. ebd.

Wie Röpke selbst deutlich macht, sind die Punkte sehr allgemein formuliert und benötigen dringend einer Konkretisierung. In keiner Weise beansprucht Röpke sämtliche Fragen abschließend behandelt zu haben, sondern fordert dazu auf, das Gesamt durch eigene Beiträge zu erweitern, zu vertiefen und zu bereichern. Röpke ist sich der Notwendigkeit des Dialogs bewusst, den Papst Franziskus zuletzt in Fratelli tutti so hervorgehoben hat.[30]Vgl. Fratelli tutti Nr. 198ff.

References

References
1Wilhelm Röpke, Die Gesellschaftskrisis der Gegenwart. Rentsch, Erlenbach ZH 1942 (Haupt, Bern 1979, ISBN 3-528-02870-2
2Marianne Schneider: Simone Weil, Die Verwurzelung. Vorspiel zu einer Erklärung der Pflichten dem Menschen gegenüber, übersetzt von Marianne Schneider, diaphanes, Zürich 2011, S. 56 – 58.
3Wilhelm Röpke, The social crisis of our time, S. 10. Rückübersetzung in das Deutsche durch den Autor dieses Textes
4Laudato Si‘ Nr. 148.
5Ebd., Nr. 149.
6Vgl. Wilhelm Röpke, The social crisis of our time, S. 14f und 145. Zu beachten ist, dass in Deutschland heute 91 % der erwerbstätigen Menschen sich in Lohnarbeit befinden, knapp 78% in Städten leben und 50,5% zur Miete leben. Was Lohnabhängigkeit und Miete betrifft sind dies die Spitzenwerte in der EU.
7Laudato Si‘ Nr. 152.
8Vgl. Wilhelm Röpke, The social crisis of our time, S. 15f.
9Laborem exercens Nr. 19.
10Vgl. Wilhelm Röpke, The social crisis of our time, S. 164f.
11Centesimus Annus Nr. 48: „Funktionsstörungen und Mängel im Wohlfahrtsstaat rühren von einem unzutreffenden Verständnis der Aufgaben des Staates her. Auch auf diesem Gebiet muß das Subsidiaritätsprinzip gelten: Eine übergeordnete Gesellschaft darf nicht in das innere Leben einer untergeordneten Gesellschaft dadurch eingreifen, daß sie diese ihrer Kompetenzen beraubt. Sie soll sie im Notfall unterstützen und ihr dazu helfen, ihr eigenes Handeln mit dem der anderen gesellschaftlichen Kräfte im Hinblick auf das Gemeinwohl abzustimmen. Der Wohlfahrtsstaat, der direkt eingreift und die Gesellschaft ihrer Verantwortung beraubt, löst den Verlust an menschlicher Energie und das Aufblähen der Staatsapparate aus, die mehr von bürokratischer Logik als von dem Bemühen beherrscht werden, den Empfängern zu dienen; Hand in Hand damit geht eine ungeheure Ausgabensteigerung. Wie es scheint kennt tatsächlich derjenige die Not besser und vermag die anstehenden Bedürfnisse besser zu befriedigen, der ihr am nächsten ist und sich zum Nächsten des Notleidenden macht. Es muß hinzugefügt werden, daß nicht selten eine bestimmte Art von Bedürfnissen keine bloß materielle Antwort erfordern, sondern daß es darauf ankommt, die tiefere menschliche Not und Anfrage herauszuhören.“
12Caritas in Veritate Nr. 39: „Wenn die Logik des Marktes und die Logik des Staates mit gegenseitigem Einverständnis auf dem Monopol ihrer jeweiligen Einflußbereiche beharren, gehen langfristig die Solidarität in den Beziehungen zwischen den Bürgern, die Anteilnahme und die Beteiligung sowie die unentgeltliche Tätigkeit verloren. Diese unterscheiden sich vom „Geben, um zu haben“, das die Logik des Tausches ausmacht, und vom „Geben aus Pflicht“, das für die öffentlichen Verhaltensweisen gilt, die durch staatliche Gesetze auferlegt werden. Die Überwindung der Unterentwicklung erfordert ein Eingreifen nicht nur zur Verbesserung der auf Gütertausch beruhenden Transaktionen, nicht nur im Bereich der Leistungen der öffentlichen Hilfseinrichtungen, sondern vor allem eine fortschreitende Offenheit auf weltweiter Ebene für wirtschaftliche Tätigkeiten, die sich durch einen Anteil von Unentgeltlichkeit und Gemeinschaft auszeichnen. Die exklusive Kombination Markt-Staat zersetzt den Gemeinschaftssinn. Die Formen solidarischen Wirtschaftslebens hingegen, die ihren fruchtbarsten Boden im Bereich der Zivilgesellschaft finden, ohne sich auf diese zu beschränken, schaffen Solidarität. Es gibt keinen Markt der Unentgeltlichkeit, und eine Haltung der Unentgeltlichkeit kann nicht per Gesetz verordnet werden. Dennoch brauchen sowohl der Markt als auch die Politik Menschen, die zur Hingabe aneinander bereit sind.“ Sowie Deus Caritas est Nr. 28: „Der totale Versorgungsstaat, der alles an sich zieht, wird letztlich zu einer bürokratischen Instanz, die das Wesentliche nicht geben kann, das der leidende Mensch — jeder Mensch — braucht: die liebevolle persönliche Zuwendung. Nicht den alles regelnden und beherrschenden Staat brauchen wir, sondern den Staat, der entsprechend dem Subsidiaritätsprinzip großzügig die Initiativen anerkennt und unterstützt, die aus den verschiedenen gesellschaftlichen Kräften aufsteigen und Spontaneität mit Nähe zu den hilfsbedürftigen Menschen verbinden.“
13Wilhelm Röpke, Der Eintopf als Dogma, F.A.Z. 26. Okt. 1957, zitiert nach Heike Göbel, Die Liberalen und der Wohlfahrtsstaat – eine schwierige Beziehung.
14Vgl. Wilhelm Röpke, The social crisis of our time, S. 16.
15Vgl. Simone Weil, Die Verwurzelung, S. 70f.
16Wilhelm Röpke, The social crisis of our time, S. 180.
17Vgl. Laudato Si‘ Nr. 147 – 154.
18Vgl. Simone Weil, Die Verwurzelung, S. 37, 70 – 74, 78f.
19Vgl. Wilhelm Röpke, The social crisis of our time, S. 195.
20Ebd., S. 178, vgl. auch S. 223 – 225. Rückübersetzung in das Deutsche durch den Autor dieses Textes
21Ebd., S. 199. Rückübersetzung in das Deutsche durch den Autor dieses Textes
22Gerd Habermann, Wilhelm Röpke : ein Liberaler fordert heraus. S. 3.
23Simone Weil, Die Verwurzelung, S. 74.
24Wilhelm Röpke, The social crisis of our time, S. 178. Rückübersetzung in das Deutsche durch den Autor dieses Textes
25Laudato Si‘ Nr. 94.
26Vgl. Wilhelm Röpke, The social crisis of our time, S. 179.
27Laudato Si‘ Nr. 129.
28Vgl. Wilhelm Röpke, The social crisis of our time,  S. 218 – 223.
29Vgl. ebd.
30Vgl. Fratelli tutti Nr. 198ff.