References
| ↑1 | Vgl. Lewis Mumford, Der Mythos der Maschine – Kultur, Technik und Macht, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1978, S. 218, 240 – 243 |
|---|---|
| ↑2 | Vgl. ebd., S. 212 – 214, unter anderem S. 214: „Die Güte des Herrschers, die in ägyptischen Schriften betont wird, geht einher mit seiner ausgesprochenen Fähigkeit, Schrecken zu verbreiten und Tod zu bringen. Doch die Erinnerung an die Attribute der Dorfgemeinschaft, die im frühen Königtum noch erhalten waren, wog vielleicht teilweise die täglichen Erfahrungen persönlicher Launen und kollektiver Härte auf. Allzu oft identifizierten sich, wie die Dokumente zeigen, die Beamten, die die Anordnungen des Königs ausführten, mit der Quelle der Autorität und übertrieben die königliche Arroganz, ohne sie durch königliche Gnade zu kompensieren.“ Der bronzezeitliche Leviathan versuchte also demnach genau das, was nach Alasdair MacIntyre das politische Programm des Kommunitarismus ist, vgl. Alasdair MacIntyre, Dependent Rational Animals – Why Human Beings Need the Virtues, Duckworth London 2009, S. 142. |
| ↑3 | Vgl. ebd., S. 294f. |
| ↑4 | Vgl. ebd., S. 263: „Von frühesten Zeiten an gibt es Hinweise auf Empörung, Widerstand, Ausweichen, Flucht: All das findet man in der klassischen Geschichte vom Auszug der Juden aus Ägypten.“ |
| ↑5 | Ebd., S. 269. |
| ↑6 | Vgl. ebd., S. 263. |
| ↑7 | Vgl. hierzu die Schilderung der wirtschaftliche Expansion und damit einhergehend Ressourcenverbrauch hemmenden Aspekte katholischer Frömmigkeit in Peter Hersche, Katholizismus – schon immer nachhaltiger? Eine historische Spurensuche, oekom Verlag München 2023. |
| ↑8 | Vgl. Lewis Mumford, Der Mythos der Maschine, S. 266 – 268. Und weiter: „Mit der Synagoge gewann die jüdische Gemeinschaft die Autonomie und die Fähigkeit der Selbsterneuerung wieder, die das Dorf durch das Wachstum größerer politischer Organisationen verloren hatte. Diese Tatsache erklärt nicht nur das wunderbare Überleben der Juden durch endlose Jahrhunderte der Verfolgung, sondern auch ihre weltweite Verbreitung. Noch bedeutsamer ist, daß [sic] sie zeigt, wie diese kleine Organisation, obwohl ebenso unbewaffnet und der Unterdrückung preisgegeben wie das Dorf, sich als aktiver Kern einer selbständigen Geisteskultur fünfundzwanzig Jahrhunderte lang halten konnte, während alle größeren, nur auf Macht gestützten Organisationen zerfielen. Die Synagoge besaß eine innere Kraft und Beharrlichkeit, an denen es hochorganisierten Staaten und Reichen, bei all ihren vorübergehend wirksamen Zwangsmitteln, stets gebrach… Kleine, scheinbar hilflose Gemeinschaften, die einen inneren Zusammenhalt besitzen und wissen, was sie wollen, haben sich auf lange Sicht viel wirksamer gegen willkürliche Macht zu wehren verstanden als die stärksten militärischen Einheiten – und sei es auch nur, weil es so schwer ist, sie festzunageln und zur Konfrontation zu zwingen. Dies erklärt die Bemühungen souveräner Staaten aller Zeiten, solche Organisationen einzuschränken und zu unterdrücken, ob es sich nun um religiöse Sekten, Quäker, Kirchen, Gilden, Universitäten oder Gewerkschaften handelt. Und seinerseits zeigt dieser Antagonismus den Weg, auf dem die moderne Megamaschine in Zukunft gezügelt und einem bestimmten Maß nationaler Einflüsse und demokratischer Kontrolle unterworfen werden könnte.“ Nehemia-Option, in loser Anknüpfung an die forcierte Durchsetzung des Sabbatgebots am Ende dieses biblischen Buches. |
| ↑9 | Ebd., S. 265f. Und weiter: „Durch ständigen Kontakt und ständige Zusammenarbeit waren die führenden Männer und die Bürger der Stadt imstande, sogar ihre Konflikte dazu auszunützen, potentielle menschliche Fähigkeiten hervorzulocken, die durch Reglementierung und soziale Konformität unterdrückt worden wären. Die Kooperation in der Stadt, auf der Basis freiwilligen Austauschs, war im ganzen Verlauf der Geschichte eine ernsthafte Konkurrenz der mechanischen Reglementierung und hat diese tatsächlich häufig verdrängt. Gewiß [sic], die Stadt konnte sich niemals völlig den Zwängen der Megamaschine entziehen; wie hätte sie dies auch tun können, da doch die Zitadelle, Ausdruck der Verschmelzung von geistlicher und weltlicher Macht, das Zentrum beherrschte, als sichtbares Zeichen der unentrinnbaren Gegenwart des Königs? Doch das Leben der Stadt zog den vielstimmigen Dialog zwischen den Menschen dem eintönigen Monolog der Königsmacht vor, wenngleich diese wertvollen Attribute des Stadtlebens sicher nicht in den ursprünglichen Absichten des Königs gelegen waren und häufig unterdrückt wurden. Ähnlich ermunterte die Stadt auch die Bildung von kleinen Gruppen und Verbindungen auf der Basis von Nachbarschaft und Beruf, deren bedrohliche Unabhängigkeit die souveräne Autorität stets mit Argwohn betrachtete. Die Tatsache bleibt bestehen, daß [sic], wie Leo Oppenheim hervorhob, in Mesopotamien, wenn nicht in Ägypten, nur die Stadt genügend Kraft und Selbstachtung besaß, um die Staatsorganisation herauszufordern. »Eine kleine Anzahl alter und bedeutender Städte genoß [sic] Privilegien und Ausnahmerechte in bezug auf den König und dessen Macht… Im allgemeinen forderten die Einwohner der Freien Städte, je nach der politischen Lage mit mehr oder weniger Erfolg, Befreiung von Fronarbeit, Befreiung vom Militärdienst . . . sowie Steuerfreiheit.« Oder, um die von mir eingeführte Terminologie zu verwenden: Diese alten Städte forderten ein hohes Maß an Befreiung von der Megamaschine.“ |
| ↑10 | Vgl. ebd., S. 263f. |
| ↑11 | Ebd., S. 264. |
| ↑12 | Ebd., S. 258. |
| ↑13 | Vgl. Andrew Willard Jones, The Church against the State – On Subsidiarity and Sovereignty, newpolity.com/press Steubenville, Ohio USA 2025, S. 193 – 262. |
